Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
 



Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
  Startseite
    Allgemeines
    Eigene Berichte
    Ergebnisse
    Planungen
    Presseartikel
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 

Freunde
    teichwiesenfriends
    teichwiesen
    - mehr Freunde

Links
  Arztpraxis von Christian Hottas
  Christian Hottas
  FEM - Teichwiesen Marathons
  FEM - Insel Marathons
  FEM - Lost Places Marathons
  FEM - New Places Marathons
  FEM - Hamburg Special Marathons
  Teichwiesen-Friends On Tour
  Claudia Erdmann
  Manfred Hopp


http://myblog.de/squiddy

Gratis bloggen bei
myblog.de



 
Eigene Berichte

Mumbai/Indien – Standard Chartered Mumbai Marathon am 16.01.2011 – eigener Bericht

Nach einem reibungslosen Flug mit Zwischenstopp in Dubai landeten mein Mann und ich am Samstag dem 15.11.11 um 8.20 Uhr auf dem Flughafen von Mumbai. Um 10 Uhr waren wir im Hotel Trident und trafen kurze Zeit später in der Lobby auf Hiren Kurenda, Karl Heinz Jost und Arwed Bornemann. Rosi war schon auf ihr Zimmer gegangen.

Hiren lud uns spontan zu seiner Schwester ein, die eine kleine Stärkung für die „deutsche Delegation“ vorbereitet hatte. Dieses nette Angebot nahmen wir natürlich sehr gerne an. So verabredeten wir uns für 15 Uhr in der Lobby. Die anderen wollten noch ein wenig Sightseeing unternehmen, und ich musste noch meine Startunterlagen im 3 Kilometer entfernten World Trade Center holen.

Ich überzeugte Rolf davon, dass wir zu Fuß gehen wollten, und so marschierten wir quer durch Mumbai und bekamen gleich einen ersten Eindruck dieser beeindruckenden Stadt. Im World Trade Center fanden wir auch fast alles sofort, und ich bekam problemlos meine Startunterlagen und einen netten blauen Stoffrucksack mit lauter Fressalien, Nahrungsergänzungsmitteln und Getränken drin.

Für den Rückweg nahmen wir uns dann doch ein Taxi, da die Zeit langsam knapp wurde. Für 50 Rupien (knapp ein Euro) wurden wir dann schnell zum Hotel kutschiert.

Kurz nach 15 Uhr holten uns Hiren, Karl Heinz, Arwed und Rosi mit einem Großraumtaxi ab, und wir kamen mit ein wenig Verspätung bei der Schwester Madhu und ihrem Mann an.

Sie erwarteten uns schon im Hof des Hochhauses, und dann ging es mit dem Fahrstuhl in den 16. Stock. Es erwartete uns eine tolle Wohnung mit Blick über das Meer, dazu ein reichhaltig gedeckter Tisch mit einer Vielzahl köstlicher indischer Spezialitäten. Z. B. süße Karotten (carrot halwa), gebackenes Gemüse, Mungobohnensalat, sehr spez. Reis und noch viele andere Sachen.

Danach waren wir alle so satt, dass wir das gemeinsam geplante Abendbrot ausfallen ließen.

Madhu wohnte neben der Marathonstrecke bei Kilometer 9 bzw. 35. Sie wollte uns verwöhnen und fragte, was wir zu dem Zeitpunkt an Getränken und Verpflegung haben wollten. Ich habe mir für km 9 eine Flasche Wasser und für km 35 eine Flasche Wasser und eine Banane gewünscht, die mir dann auch liebevoll überreicht wurden. Die Banane bei km 35 war genau das Richtige.

Um 19 Uhr hatten wir als Gruppe noch einen Pressetermin mit Imrah, der uns alle interviewte. Über Rosi war schon am heutigen Tag ein großer Artikel in der Zeitung erschienen. Leider konnte sie wegen einer Verletzung dann doch nicht starten.

Am nächsten Morgen hat das Hotel Trident, welches auch alle Superläufer beherbergte, für uns ein Marathonfrühstück ab 4 Uhr angeboten. Selbst ich habe etwas gegessen, das muss die Aufregung gewesen sein. Mike Friedl hatte sich inzwischen zu unserer Gruppe gesellt, und wir gingen alle zusammen zu Fuß zum Start an der berühmten Victoria Station.

Auch Rosi begleitete uns und blieb im Zielbereich, bis der letzte von uns drin war. Im Startbereich trafen wir auf Andrea Grabner, die Hiren, Mike und Günther Heyer letztes Jahr schon kennengelernt hatten. Sie wartete schon auf uns.

Um 06.15 Uhr war Start. Ich lief von Anfang an mein eigenes Tempo. Bei km 2 überholte mich Mike, aber er war mir bald zu schnell, so zog er weiter. Bei km 8 überholte mich Andrea. Auch sie lief ihr eigenes Rennen und eigenes Tempo.

Alle 2,5 km waren Wasserstände, und lauter nette Helfer boten einem (verschlossene) 200-ml-Wasserflaschen an. Da es bei mir gut lief und ich noch keinen Durst hatte, wartete ich bis km 9, wo ja Madhu mit ihrem Mann mit meiner Wasserflasche auf mich warteten.

Nach dem anschließenden Gefälle (Mumbai hat vielleicht „Berge“!!!) machte ich erstmals eine längere Gehpause und trank den halben Liter Wasser in Ruhe aus.

Andrea und ich überholten uns immer wieder gegenseitig, und ich fand es sehr beruhigend, jemanden Bekanntes in der Nähe zu haben.

Bei km 18 gesellte sich ein junger Inder zu mir und versuchte in meinem Schritttempo zu laufen. Erst war ich irritiert, dann fand ich es lustig. Bei km 22 hatte ich ihn kaputt gelaufen, und er musste sich zurückfallen lassen.

Bei km 20 kam von hinten großes Aufgebot an Autos, die die Eliteläufer, die erst um 7.40 Uhr gestartet waren, ankündigten. Ich hatte den Ehrgeiz, sie erst nach dem 21,1-km-Schild vorbeizulassen, musste dazu etwas Tempo machen und konnte tatsächlich mein kleines Ziel erreichen.

Die Strecke ging die ersten 7 km an der Küste entlang und dann mitten durch Mumbai, was einfach nur spannend war: Slums neben Hochhäusern, einfach beeindruckend!

Jetzt kam der Höhepunkt der Strecke, nämlich die Überquerung der neu erbauten Brücke von 2009. Die 5,6 Kilometer lange Bandra-Worli-Brücke verbindet Bombay mit seinen westlichen Vororten.

Der Nachteil war nur, dass es ab hier nur noch Sonne gab, da die schattenspendenden Häuser nicht mehr da waren. Jetzt zog ich mein Basecap zum Schutz auf und ließ die Brücke gemütlich auf mich wirken.

Bis hierher hatte ich Tempo gemacht, war auch sehr zufrieden mit den Zwischenzeiten, aber in der glühenden Sonne fiel es mir schwer zu laufen. So gab ich meinem Bedürfnis zu gehen nach und genoss die Aussicht von der Brücke auf Mumbai.

An jeder Wasserstelle nahm ich Wasser und erfreute mich an dem lauwarmen Nass.

Nach der Brücke war die Streckenführung dieselbe wie auf dem Hinweg, nur gaben die Häuser jetzt keinen Schatten mehr, da die Sonne im Zenit stand.

Ich ging immer noch und erwartete jederzeit Hiren oder Andrea, die mich längst hätten überholen müssen, aber es kam keiner. Bei km 30 fiel ich wieder langsam in meinen Indianertrab, wobei die Gehphasen wesentlich länger ausfielen, als die Laufphasen. Nach einer langen Steigung erwarteten mich dann wieder Madhu und ihr Mann, und ich bekam eine kühle Flasche Wasser und eine Banane. Oberlecker!

Auf den letzten 7 km habe ich mir dann noch mit einem Inder ein abwechslungsreiches Katz- und Mausspiel gegönnt. Er war genau so kaputt wie ich und wollte noch unter 05.30 ins Ziel kommen. Er schien sehr bekannt zu sein, da er von allen Seiten lautstark begrüßt wurde. Er kannte auch den 100 Marathon Club und erklärte den anderen, was für ein Club wir sind. Er hat das Ziel auch geschafft, da er zum Schluss noch mal Kräfte initiieren konnte und mir leider weglief.

Als ich ins Ziel kam, stand Rosi da und wartete, was ich total schön fand. Kurz nach mir kamen Hiren und Andrea und dann auch Karl Heinz und Arwed glücklich ins Ziel.

Ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis.

Danke Hiren, für die Idee uns alle an diesem Marathon teilnehmen zu können!

10.2.11 22:52


M/U # 173 – M # 149 – Hamburg (Teichwiesen) – Kate Bush Marathon am 30.07.2010

05:58:37 h - 5. Ges. - 1. Frau - 1. W50 – bei Temperaturen von anfangs 19 °C, zuletzt noch 15 °C - zusammen mit Peter Kummer, Peter Wieneke und Christian Hottas

Kate Bush, englische Popsängerin, * 30. 7. 1958 Welling (Kent; heute zu London); besonderes Kennzeichen ihrer inhaltlich und stilistisch kreativen Songs ist ihre hohe, glasklare Stimme; größte Hits u. a. „Wuthering Heights“ 1978 und „Running Up That Hill“ 1982. Veröffentlichungen: „The Kick Inside“ 1978; „Lionheart“ 1978; „Never For Ever“ 1980; „Hounds Of Love“ 1985; „The Red Shoes“ 1993; „Aerial“ 2005.

Eigener Kurzbericht:

Heute lief ich ganz spontan einen zusätzlichen Marathon, da ich die Verabredung zum Essen mit Peter Wieneke und Christian von Mittwoch auf heute geschoben hatte. Peter hatte uns schon vor seinem Urlaub eingeladen, um mit uns seinen 800. Marathon zu feiern.

Da das Essen erst verdient werden musste, „musste“ ich halt zuvor einen Marathon laufen. Diesmal hielt ich mich doll zurück, und wir liefen zu viert, Peter Kummer, Peter W., Christian und ich, die 16 Runden gemeinsam.

Ganz zum Schluss brauchte ich eine akustische Pause, so dass ich mich erst zurückfallen ließ. Als dann aber alle viel zu langsam wurden, lief ich einfach, immer im Blickfeld der anderen, ein wenig vorweg. So schafften wir diesen Marathon noch „sub 6 h“.

Am Start war noch Sjoerd Slaaf, der an den Teichwiesen seinen 600. Marathon bestritt. Ich versuchte zweimal, ihn beim Laufen zu fotografieren, aber entweder war er zu schnell oder es war zu dunkel. So konnte ich ihn erst nach seinem Zieleinlauf in Ruhe ablichten.

Mit von der Partie waren auch Peter Kellermann und Rainer Pufahl, die ab und zu beim Überholen eine halbe bis ganze Runde mit uns liefen. Achter im Bunde war Martin Traeder, der ruhig und gelassen seine Runden drehte.

Link zur Ergebnisliste:

http://teichwiesen.myblog.de/teichwiesen/art/6954547/Teichwiesen-717-Kate-Bush-Marathon-am-30-07-2010-Ergebnisse

Link zum Veranstalterbericht:

http://teichwiesen.myblog.de/teichwiesen/art/6956599/FEM-431-Teichwiesen-717-Kate-Bush-Marathon-am-30-07-2010-Ergebnisbericht

31.7.10 12:07


Birmingham to London – 16th Grand Union Canal Race 145.4 M am 29.-31.05.2010 – eigener Bericht

Ein Traum ist wieder wahr geworden. Mein zweiter GUCR ist geschafft!!!

Obwohl ich den Lauf letztes Jahr relativ entspannt erfolgreich beendet hatte, war ich diesmal genau so aufgeregt wie 2009: Würde der Adrenalinspiegel für ein zweites Finishen reichen???

Dieses Jahr fing allerdings alles ganz anders an: Diesmal flog ich zusammen mit Hartmut Feldmann nach Birmingham, wo uns Christian am Flughafen bereits erwartete. Der Weg zum Treffpunkt in der Kneipe "The Red Lion" war mit dem Bus Nr. 9000 und dem Bus Nr. 11c zum Kings Heath viel einfacher, da zumindest Christian und ich die Strecke bereits kannten.

Der Red Lion war der Treffpunkt für alle Läufer und und zugleich die Startnummernausgabe. Ich kannte schon viel mehr Läufer und wurde vom Veranstalter mit einer herzlichen und liebevollen Umarmung begrüßt, was mich richtig rührte.

Auch May-Britt Hansen und Kent Möller aus Dänemark waren da. May-Britt wirkte sehr angespannt, aber ich war mir ziemlich sicher, dass sie es schaffen würde, was sich dann ja auch bewahrheitete.

Nach dem Essen - Christian und ich hatten wieder „Fish and Chips“, Hartmut „britische“ Lasagne - sind wir mit dem Bus Nr. 50 in die Innenstadt gefahren, bei der Kirche St. Martin ausgestiegen und zu Fuß zum gebuchten Travellodge Hotel in der Broad Street gegangen. Auf dem Weg dorthin bekamen wir einen Eindruck von der schönen alten Innenstadt von Birmingham. Leider reichte die Zeit jedoch nicht für einen Stadtbummel.

Unser Hotel lag wenige hundert Meter vom Startplatz in der Gas Street entfernt. Daher nutzten wir die Gelegenheit und machten vor dem Schlafengehen noch einen kleinen Spaziergang dorthin. Hier trafen wir auf Rajeev Patel, der sich mit seinen beiden Betreuerinnen genau wie wir auf den Lauf einstimmen wollte.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 4.45 Uhr, und nach einem heißen Capuccino kamen wir gegen 5.45 Uhr am Startplatz an. Viel Zeit blieb nicht mehr, also verluden wir die Taschen in das Gepäckfahrzeug und warteten etwas nervös auf den Start.

Jetzt verabschiedete sich Hartmut von uns, da er leider nicht  mitlaufen konnte; ersatzweise hatte er sich aber dafür dem Veranstalter als Helfer die ganze Zeit zur Verfügung gestellt. Ich glaube, er ist vom RD Dick Kearn sehr eingespannt worden, aber er hatte anscheinend auch viel Spaß dabei.

Am Start lernte ich Ellen Wold aus Norwegen kennen, die sich Christian und mir die ersten Meilen anschließen wollte. Ihre Grundschnelligkeit war eindeutig höher als unsere, so dass es sich dann ergab, dass sie sich nach ca. 35 Meilen nach vorn absetzte. Die Gesellschaft mit ihr war die ganze Zeit über sehr angenehm.

Zu meinem Leidwesen hatte es pünktlich zum Start begonnen zu regnen, und die Temperaturen blieben eher niedrig. Ich musste alles anziehen, was ich in meinem Rucksack an Ersatzkleidung mithatte. Der Regen hielt bis ca. 17 Uhr an, aber inzwischen hatte ich mich dran gewöhnt, und so störte er mich irgendwann nicht mehr.

Trotzdem war es ganz angenehm, als es endlich aufhörte zu regnen, da so unsere Kleidung noch vor der Dunkelheit und der Kälte trocknen konnte.

Als es zu warm wurde, wechselten wir in den Gehmodus, um Kräfte für die Nacht zu sparen. Zwischendurch legten wir dann auch eine kleine Pause ein, um in einem Canal Shop ein paar Souvenirs zu kaufen und uns ein Eis von der Stange zu gönnen.

Bei Meile 53 trafen wir Ellen am Verpflegungsstand 4 wieder. Sie schaute etwas verdutzt. Anscheinend hatte sie eine längere Pause gemacht. Sie lief dann schon mal los, aber da Christian und ich nur kurz Halt machten und Ellen bewusst langsam weiterlief, holten wir sie bald ein. Sie wollte mit uns zusammen die Nacht durchlaufen, was ich ausgesprochen sinnvoll fand. Das machte die Nacht für uns alle Drei recht angenehm und kurzweilig.

Ellen hatte zwischenzeitlich ein ganz schönes Tief, aber sie hat sich super wieder heraus gekämpft.

Am nächsten Morgen beim nächsten Verpflegungstand 6 (Meile 84) war ich so müde, dass ich um eine Schlafenspause bat. Daher hüllten Christian und ich uns neben dem Verpflegungsstand in unsere Notfallfolien und versuchten, 15 min zu schlafen.

Ellen hatte spätestens nach Christians Standpauke im VP 6 ihr Tief überwunden und lief derweil schon mal weiter.

So richtig erholsam war dieser frühe Schlaf im kalten Morgen nicht, aber mein Körper hat sich wenigstens mal ausgestreckt liegend erholen können.

So quälten Christian und ich uns etwas mühsam weiter und beschlossen nach ein paar Stunden, in der schönen warmen Morgensonne ein weiteres Kurzschläfchen zu halten. Diesmal konnten wir beide 10 min tief und fest in der Sonne schlafen, und anschließend lief es eindeutig viel besser, besonders da es versprach, ein schöner, warmer und vor allem trockener Tag zu werden.

Am nächsten Verpflegungspunkt 7 (Meile 99,8) erfuhren wir, dass Ellen schon vor einer Stunde weitergelaufen war, was uns sehr freute. Also hatte sie nicht aufgegeben, wie sie am Ende der  Nacht im VP 6 zart angedeutet hatte.

Nach einer kurzen Umziehpause liefen wir in den Nachmittag hinein. Es wurde immer wärmer, und unser Tempo blieb dementsprechend auf Sparflamme. Trotzdem kamen wir mit einer guten Zeit im 8. Verpflegungspunkt (120,4 Meilen) an. Hier zog ich mich schon für die Nacht um und nahm alles mit, was ich meinte, brauchen zu müssen. Jetzt wurde es ein bisschen warm mit der langen Hose, aber ich wollte lieber schwitzen, als später frieren.

Das Vorsorgedenken bewährte sich spätestens am VP 9 (Meile 133), da dort kein Zugriff auf unser Gepäck mehr möglich war und wir somit mit dem auskommen mussten, was wir bei uns hatten. Zum Glück hatte ich noch 2 Jacken mit, die ich dann auch dringend benötigte, und 2 Stirnlampen, wovon ich Christian eine  abgeben konnte.

Die Helfer am letzten Verpflegungsstand waren hellauf begeistert, dass wir dieses Jahr zwei Stunden früher als letztes Jahr eintrafen, und gaben uns mit ihrem trockenen englischen Humor einige nette Wünsche mit auf den Weg. Da wir die letzten waren, hatten sie jetzt Feierabend.

Ihre gute Laune war regelrecht ansteckend. Die letzten 12 Meilen waren dann das absolute Highlight.  Erst mussten wir bei Brücke 16a einen Umweg durch die Stadt bis zur Brücke 15 machen. Der Umweg war halb so schlimm wie letztes Jahr, nervte aber um diese späte Stunde (inzwischen war bereits die zweite Nacht angebrochen) schon ein wenig.

Christian war ziemlich müde und hätte am liebsten eine Mini-Schlafpause eingelegt, die ich aber nicht mitmachen wollte, da ich quietschewach war und meinen Turbo hätte anschmeißen können. Geeinigt haben wir uns dann auf einen schnellen Gehrhythmus, da eine Trennung zu diesem Zeitpunkt wirklich blöd gewesen wäre.

Dann kam der Clou: 6 Meilen vor Schluss stand eine Gruppe von vier Leuten herum, und ich brauchte eine Zeitlang, um zu erkennen, dass es welche von uns waren, die eine Pause machten. Ellen (!) war dabei und sah einfach nur glücklich aus.

Ich konnte meinen Turbo nicht abstellen und rannte einfach weiter, Christian notgedrungen hinterher, bis wir auf eine weitere Gruppe mit zwei Leuten trafen, die ebenfalls rasteten.

Jetzt war auch Christians wieder hellwach, da wir tatsächlich kurz vor Schluss noch sechs Leute überholt hatten und diese neue Platzierung nun nicht mehr hergeben wollten.

Hartmut empfing uns im Ziel und sah auch sehr glücklich aus. Er hatte die letzten 45 Stunden wohl auch eine ganz wunderbare Erfahrung machen dürfen.

Fazit: ein wunderschöner Lauf, den ich unbedingt nächstes Jahr noch einmal laufen möchte!!!

2.7.10 01:00


M/U # 151 – U # 20 – Iserlohn – 3. Iserlohner Stadtwerke 24 Std.-Lauf am 24./25.04.10 - eig. Ber.

Am Freitagnachmittag bin ich mit meinem Mann Rolf nach Iserlohn gefahren. Wir hatten ein Hotel übers Internet gebucht, und ich war angenehm übers nette Ambiente überrascht, da der Internetauftritt eher eine kühle, tagungshotelmäßige Atmosphäre erahnen ließ. Nach der Ankunft sind wir gleich ins Hotelrestaurant gegangen und haben dort ein vorzügliches Essen erhalten. Wirklich ein kleiner Geheimtipp.

Iserlohn hat mich allerdings insgesamt enttäuscht. Die beschriebene Altstadt war nicht wirklich sehenswert, und die riesige Fußgängerzone hatte zwar wunderschön renovierte alte Häuser aus den verschiedensten Epochen, aber insgesamt war die Atmosphäre nicht einladend.

Am Samstagmorgen habe ich, entgegen meiner Gewohnheit, ausgesprochen viel gefrühstückt, da das Frühstücksbuffet einfach zu appetitlich angerichtet war. Um 10 Uhr bin ich Richtung Startplatz gegangen, um mir meine Unterlagen zu holen. Hier habe ich Christian und Purna getroffen, und meine Nervosität legte sich ein wenig beim Anblick der mir vertrauten Menschen.

Anschließend habe ich mir mit Christel Kunze einen Raum gesucht, wo wir unsere beiden Schlafsäcke so großflächig ausgebreitet haben, dass wir alleine bleiben konnten und damit eine schöne ruhige Rückzugsmöglichkeit für die Nacht hatten. Etwas störend war in der Nacht, dass der Bewegungsmelder bei jeder Bewegung anging, aber für die kurzen Ruhepausen konnte ich damit leben.

Um 12 Uhr war Start. Mit Christian an der Seite wurde ich von ihm über die bevorstehende „Berge“ informiert und aufgeklärt, ab wann es am günstigsten ist, in den Gehmodus zu schalten, um die Kräfte für 24 Stunden zu behalten. Diese Tipps waren sehr hilfreich und haben definitiv zum Erfolg beigetragen.

Ich hatte kein bestimmtes Ziel: Drei Marathons sollten es auf jeden Fall werden, Spaß und Entspannung sollten obere Priorität haben.

So genoss ich bereits nach zwei Stunden eine wohltuende Massage, da mich das leere Physiotherapiezelt magisch anzog. Damit war mein Ziel, den ersten Marathon unter 6 Stunden zu laufen, dahin, aber ich war gut durchgeknetet und konnte gut gelaunt wieder auf die Strecke gehen.

Ich genoss das traumhafte Wetter und die skurrile Landschaft. Mitten aus dem Seilersee ragte die Autobahn auf riesigen Pfeilern und ich bin mir bis zum Schluss nicht klar geworden, ob das als Verschandelung oder als „Kunst im See“ interpretieren sollte.

Gehässigerweise hatte sich nun ein Eiswagen an die Strecke gestellt, und nach vier Stunden konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und „musste“ erst einmal ein Päuschen mit zwei Kugeln Eis machen, während ich die vorbeihetzenden Läufer beobachtete.

Beim Weiterlaufen sah ich, wie das Technische Hilfswerk so nach und nach die Lampen für die Nacht aufbauten. Die THW-Helfer haben Stunden benötigt und waren mit viel Engagement dabei. Wir hatten es richtig schön hell in der Nacht, und diese Beleuchtung gab dem ganzen Lauf noch eine ganz besondere Stimmung.

So langsam machte ich mir Gedanken, wie wohl der Schluss nach 24 Stunden abgepfiffen werden würde, und ich wollte gerade die Läuferin neben mir fragen, als ich ein lautes Tuten hörte und auf einen Schlag alle 6-Stunden-Läufer stehen blieben.

Anschließend sah ich, dass der Streckenvermesser mit seiner Assistentin und mit Bernd Nuß bei jedem einzelnen Läufer die individuelle Kilometer-Marke dokumentierte.

Um Mitternacht wiederholte sich die Prozedur für die 12-Stunden-Läufer.

Inzwischen hatte ich meinen zweiten Marathon geschafft und gegen 1.30 Uhr war ich so müde, dass ich mich für 20 min in meinen Schlafsack verkrümelt habe. Danach habe ich am hervorragend ausgestatteten Verpflegungsstand einen heißen Kaffee bekommen, mich mit leckeren Weintrauben und Weingummis versorgt und wollte die nächsten 3 Stunden bis zum Sonnenaufgang gehen. Es ergab sich aber, dass ich Christian, Purna und Martin Rolfes traf, die zufällig auch gerade in den Gehmodus geschaltet hatten, und so sind wir zu viert die nächsten Stunden durch die Dunkelheit gegangen.

Um 5 Uhr versuchte ich mit meinem Indianertrab wieder ein bisschen schneller zu werden, und nach 2 Runden hatte sich unsere kleine Gruppe durch unterschiedlichste Bedürfnisse zerstreut.

Um 9 Uhr hatte ich meinen dritten Marathon zusammen, und nun konnte ich dem Rest der Zeit gelassen entgegen sehen. So bin ich völlig entspannt gelaufen, bis ich wieder auf Christian traf. Den Rest der Zeit, bis auf die letzte Runde, sind wir zusammen marschiert.

In der letzten Runde hat Christian noch mal richtig schön aufgedreht, da er in den 16 verblieben Minuten noch mal ganz rum wollte. Mir reichten 200 Meter, da ich dann laut EDV-Anzeige über 145 km war, und so bin ich nur bis zum Stadionausgang gegangen.

Um 12 Uhr kam das mir schon bekannte Schlusssignal, und ich habe entspannt auf einer Bank sitzend auf den Streckenvermesser gewartet.

Um 13.30 Uhr begann die Siegerehrung, die von einer Aufführung der örtlichen Chearleaders eingeleitet wurde. Das war ein netter Anblick.

Nach dem Lauf sind Rolf und ich zum Kaffeetrinken ins Hotel Vier Jahreszeiten gegangen, welches eine herrliche Terrasse mit Blick auf den See hatte. Hier haben wir eine einheimische Dame nach Sehenswürdigkeiten befragt. Sie empfahl uns für abends das Lokal Ziener’s Castell, was sehr gut war und für einen angenehmen Ausklang des Abends sorgte. Außerdem empfahl sie uns einen Spaziergang zum Danzturm und einen Besuch in der Konditorei Spetsmann, was wir beides am Montag gemacht haben. In der Konditorei haben wir noch ganz viel Leckereien gekauft und sind nach einer Stärkung bei oberleckeren Kuchen nach Hause gefahren.

Fazit: ein wunderschöner Lauf, den ich unbedingt wiederholen möchte. Ein großes Lob an Bernd Nuß und Stefan Weigelt für eine wirklich gelungene Veranstaltung.

20.5.10 18:37


M/U # 147 – M # 129 – Hamburg (Öjendorf) – April Marathon am 10.04.2010

5:25:12 h - 39. Ges. - 2. Frau - 2. W50 - 5 °C - erste 5 und letzte 3 Runden zusammen mit Helmut Braun

Eigener Kurzbericht:

War das ein schöner Lauf! Am Start war überraschenderweise Helmut Braun mit seinem Kollegen Thomas Theuerkorn, und es ergab sich, dass wir die erste Runde zu dritt liefen. Für Thomas war die Strecke neu, daher blieb er in der ersten Runde bei uns, danach sprintete er davon. Dafür gesellte sich in der 2. Runde Hartmut Feldmann zu uns.

In der 5. Runde ließ sich Helmut zurückfallen, und in der 7. Runde ließ ich Hartmut davon laufen, da ich bei dem wunderschönen Wetter und traumhaften Lichtverhältnissen unbedingt ein paar Fotos machen wollte und dafür immer wieder stehen blieb.

Mitte der 8. Runde hörte ich plötzlich Schritte hinter mir, und Helmut erschien wieder. Er hatte sich einen Spaß draus gemacht, mich zu jagen, und war jetzt völlig außer Atem.

So liefen wir die letzten 3 Runden noch zusammen, erreichten mühelos mein Ziel, noch unter 5.30 Std. zu bleiben, und schritten würdevoll (wie Helmut sich ausdrückte) gemeinsam durchs Ziel.

Link zum Veranstalterbericht:

http://www.100mc.de/newsartikel.html?&tx_ttnews[tt_news]=1096&cHash=60377d522b

Link zur Ergebnisliste:

http://www1.your-sports.com/details/list.php?eventid=3712&lang=de&page=6&contest=0&name=Ergebnislisten%7C2%29%20endg%C3%BCltige%20Ergebnisliste&search=&presort=&format=pdf

Link zur Urkunde:

http://www1.your-sports.com/details/certificate.php?eventid=3712&bib=3&name=L%C3%A4uferurkunde-April-2010

16.4.10 00:02


M/U # 130 - M # 113 - Horsens / DEN - P-hus Marathon am 17.01.2010 - eigener Bericht

Heute stand der Parkhausmarathon in Horsens/Dänemark auf dem Plan. Das Wetter war uns wohl gesonnen. Es war zwar kalt, aber es hatte trotz Ankündigung keinen Neuschnee gegeben. So konnte unsere Fahrgemeinschaft, bestehend aus Christian Hottas, Peter Wienecke und Sven Peemöller als Chauffeur ohne Probleme die Strecke bis Dänemark in einem angenehmen Tempo durchrutschen.

Der Anlass dieses Marathons war die Fertigstellung eines Parkhauses, welches zu einem neu erbauten Gesundheitszentrum gehörte. Organisiert wurde der Lauf von dem neu gegründeten Club Horsensrun, der von Klaus Egedesø, Stephan Carstensen und Lars Mose organisiert worden war.

Wir kamen viel zu früh in Horsens an, konnten aber die 1,5 Stunden im Warmen verbringen, da das Einkaufszentrum Bilka die Türen für uns geöffnet hatte und wir uns dort aufhalten durften. Es gab Toiletten, Tische und Bänke, so dass wir unser mitgebrachtes Picknick verspeisen, uns in Ruhe umziehen und auf den Start vorbereiten konnten.

Nach einer mir nicht verständlichen Rede von Lars, gab der Bürgermeister den Startschuss, und wir rannten alle hinter Klaus E. her, der uns auf dem Fahrrad den Weg zum gegenüberliegenden Parkhaus und einmal die Streckenführung über zwei Parkdecks wies.

Die erste Runde mit Auftaktstück war schnell geschafft, jetzt durfte jeder, so schnell er wollte, laufen und musste noch 67 x die Runde über das 1. und 2. Parkhausdeck bewältigen. Durch die steile Rampe kamen insgesamt ganz schöne Höhenmeter, nämlich ca. 400 m, zusammen, die ich in den letzten Runden doch deutlich merkte.

Da ich nur noch in Teichwiesenrunden denken kann, habe ich mir die 67 Runden ganz schnell anders eingeteilt und immer nach 4 Runden den Verpflegungsstand aufgesucht und bin ein wenig gegangen. Dadurch hatte ich nur 16 Pausen an dem super bestückten Verpflegungsstand, und die Strecke kam mir ziemlich kurz vor.

Durch die schlangenförmige Strecke im 2. Parkdeck hatte man alle Läufer vor und hinter sich gut im Blick, und an ein „sich gehen lassen“ war unter diesen Bedingungen schlecht möglich. Also galt es zu laufen, was das Zeug hielt.

Die ersten Runden lief ich noch mit Peter Wieneke und Christian, aber durch die Enge haben wir uns bald getrennt. Nach der Hälfte der Zeit waren die Halbmarathonis weg, und das Parkhaus leerte sich. Nun konnte ich etwas entspannter laufen, da die Überholmanöver weniger wurden und ich mehr Platz für das Schlangenkurvenlaufen hatte.

Insgesamt war die Stimmung die ganze Zeit über sehr gut, wurde zeitweise durch eine Live-Band angeheizt, und durch die vielen aufmerksamen Helfer vor Ort wurde ein reibungsloser Ablauf sichergestellt.

Leider war die Rückfahrt dann etwas mühseliger und weniger reibungslos, da uns die Schneekatastrophe eingeholt und voll erwischt hat. Kurz hinter Horsens war die Autobahn nur sehr langsam zu befahren, da sich im Laufe des Vormittags dichte Schneeverwehungen gebildet hatten und Sven von einem Streufahrzeug, welches vor uns fuhr,  gebremst wurde.

Zum Glück hatten wir hinter Flensburg wieder freie Fahrt und Sven konnte aufs Gaspedal drücken, so dass wir tatsächlich zur geplanten Zeit wieder in Volksdorf waren.

Insgesamt ein sehr schöner Ausflug, der sich absolut gelohnt hat.

8.2.10 01:21


M/U # 108 – M # 95 – Magdeburg – 6. Magdeburg Marathon am 18.10.2009 - eigener Bericht

In letzter Sekunde hatte ich die Entscheidung getroffen, doch noch in Magdeburg zu starten, und so konnte ich gerade noch die 10 € Nachmeldegebühr sparen.

Also ging’s am Freitag los, und wir bezogen unser Hotel in Magdeburg. Am Samstag machten wir dann bei Regen einen feuchten Stadtbummel durch Magdeburg, wobei wir in der Grünen Zitadelle (Baukunstwerk von Hundertwasser) Kaffee tranken. Magdeburg ist auf den ersten Blick nicht wirklich beeindruckend, hat aber viele Sehenswürdigkeiten, die man sich erarbeiten muss.

Am Sonntagmorgen regnete es nicht, und es sollte den ganzen Tag schön bleiben. Ich musste zu Fuß zum ZOB, wo ein Shuttle Bus eingesetzt war, der mich zur Messe und damit zum Start fahren sollte. Das klappte hervorragend.

Im Startbereich habe ich dann fast alle 100 MC’ler getroffen, die ich vorher schon auf der Meldeliste erspäht hatte.

Um 10 Uhr erfolgte der Start. Von der Messe aus ging es über die Elbe und danach ca. 7 km durch die Stadt. Wir liefen an der ältesten Pfarrkirche St. Johannis (wo wir gestern die Aussicht vom Glockenturm genossen hatten), über den alten Markt zum Goldenen Reiter und an der alten Oper vorbei zur Grünen Zitadelle und schlussendlich zum 800 Jahre alten gotischen Dom. Anschließend liefen wir durch eine schöne Straße mit lauter Gebäuden aus der Gründerzeit, und es gab viel zu bestaunen.

Danach überquerten wir wieder die Elbe zum „Stadtpark“, eine Rieseninsel in der Elbe. Hier holten mich Peter Genz und Porsche, den ich nun endlich mal kennen lernen durfte, ein. Die beiden mussten sich lautstark bemerkbar machen, da ich zu ihrem Missfallen die Musikstöpsel im Ohr hatte.

Es ergab sich, dass Peter und ich bis km15 zusammen gelaufen sind. Wir hatten eine sehr kurzweilige Unterhaltung, und Peter hat die Zuschauer am Straßenrand immer wieder gut zum Anfeuern mobilisieren können. Bei km 11 erwähnte Peter kurz, dass wir auf eine Endzeit von 4:30 Std. hinlaufen, was mich bei dem nächsten Verpflegungsstand doch zur Vorsichtsmaßnahmen greifen ließ: Ich ließ schlicht und ergreifend abreißen…

Inzwischen hatten wir den Elbauenpark hinter uns gelassen und waren im Herrenkrugpark angekommen.

Die Strecke verlief jetzt auf dem Elbradweg Richtung Hamburg (ich hätte beim Laufen schwören können, dass wir Richtung Dresden liefen, stellte sich beim Nachschauen aber als Irrtum heraus), und die Strecke war wunderschön. Kurz vor km 18 kam mir der erste Läufer entgegen, da wir seit km 11 auf einer Wendestrecke liefen. Nach der Ergebnisliste ist er dann am Ende doch „nur“ 3. geworden.

Bei km 18 gab es einen Riesenverpflegungstand der Gemeinde Gerwisch, und man hatte das Gefühl, der ganze Ort beteiligt sich am diesem Event und hatte selber viel Spaß dabei.

Bei km 21 erreichte ich den „Weinberg“, und es ging ganz schön steil nach oben, wobei man vom „Gipfel“ aus einen romantischen Blick zur Elbe runter hatte. Hier erreichte ich auch die Halbmarathonmarke, die mit Farbe an einen Baum gesprüht war. Bei der Zeitnahme dachte ich, dass meine Uhr kaputt sei, aber das hat sich bis zum Ende dann doch relativiert. [Der Zustand der Uhr??? D. Red.]

Nun ging es wieder durch ein kleines Waldstück zur Elbe runter, und ich traf wieder auf „Gegenverkehr“, habe aber keine mir bekannten Läufer gesichtet.

An der Elbe entlang laufend, sah ich vor mir eine architektonisch interessante Brücke, die mich faszinierte. Es stellte sich heraus, dass es das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und die Brücke ein der Mittellandkanal war, auf der wir auch noch lang laufen sollten. Als ich auf der Brücke lief, gab es faszinierende Wolkenformationen in allen Farben von tiefschwarz bis schneeweiß mit blauem Himmel durchsetzt, was diesen Brückenlauf einmalig machte.

Das Ende der Brücke war der Wendepunkt und nun ging es fast den gleichem Weg (ohne den Weinberg) zum Ziel zurück. Kurz vorm Ende kamen wir noch mal an dem Jahrtausendturm vorbei, der 6000 Jahr Wissenschaft- und Technikgeschichte der Menschheit beinhaltet und den ich nächstes Jahr unbedingt besichtigen muss.

Fazit: Wunderschönes Laufwetter, tolle Verpflegungsstände, gute Organisation! Absolut lohnenswerter Lauf, den ich gerne wiederholen möchte.

25.10.09 23:40


M/U # 89 – U # 11 – Ystad / SWE – Gax 100 M (Trail) am 15./16.08.2009 - eigener Bericht

Heute Morgen war ich mal wieder so ganz entspannt vor Aufregung und fand mich daher 90 Minuten  zu früh am Start in Ystad ein. Außer mir war nur der Vater von Stefan Samuelson am Marktplatz vorm Touristikbüro. Also bin ich noch ein wenig bummeln gegangen und habe erfolglos einen offenen Bäcker mit Kaffeeausschank gesucht. Unterdessen war Heiko Müller im Startbereich eingetroffen, und wir haben ein wenig Lauferfahrungen ausgetauscht. Helmut Rosieka, den ich aus Öjendorf kannte, traf als Nachmelder ein und wollte sich Christian und mir beim Laufen anschließen. Kurz vor 8.00 Uhr kam dann endlich Christian an, dessen Ruhe ich vor so einem Start ich immer wieder bewundere.

Um 8.00 Uhr gab die Mutter von Stefan den Startschuss, und wir sind alle losgerannt. Es ging ziemlich zügig los, und schon in der Stadt selber haben sich die ersten Läufer verlaufen und mussten von Stefans Vater wieder auf den richtigen Weg gebracht werden.

Ich fühlte mich sehr sicher, da Christian bei uns war, der einen guten Orientierungssinn hat und die Strecke vom letzten Jahr noch kannte, so dass ich nicht so sehr auf die Streckenführung geachtet habe. Ich hatte Mühe, das Tempo mitzuhalten, welches Christian und Helmut, die ganz vertieft in Gesprächen waren, vorgaben. Obwohl ich hinter den beiden für mich alleine lief, fiel es mir schwer meinen Rhythmus zu finden, und ich fühlte mich durch das Zeitlimit von 6 Stunden für den ersten Marathon etwas gehetzt. Es hat in Südschweden nämlich ganz nette Anstiege [das nennt man Endmoränenlandschaft! d.Red.], und sobald man sich im Tal befindet, geht es wieder bergauf. Zum Glück entschädigte die traumhafte Landschaft und in unserem Fall ein exzellentes Wetter diese Unannehmlichkeit. Kurz vorm ersten Verpflegungspunkt zogen die Männer davon, da das Zeitlimit knapp wurde, aber auch ich mit meiner Bummelei habe es noch mit 05.59.00 geschafft, im Limit zu bleiben. War mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar, ob ich mich darüber freuen sollte. Nun hieß es weiterzulaufen. Am Verpflegungspunkt hatten wir Heiko Müller eingeholt, und Helmut und Heiko sind in ihrem Tempo davon gezogen.

Jetzt konnte ich meine schlechte Laune an Christian ablassen, der sie stoisch ertrug.

Es war wirklich ein Vorteil, dass Christian die Strecke letztes Jahr schon mal gelaufen war und die kleinen Ecken kannte, die zum Verlaufen einluden. Obwohl die Strecke sehr interessant war und durch Wiesen und  Wälder bergauf und bergab führte, war ich bei km 57 so müde, dass ich meine tarifrechtliche Pause von 15 min einforderte.

Ohne große Worte habe ich mich unter den nächsten Baum gelegt und den Wecker auf 15 min gestellt.

Leider wurde die Pause von Christian boykottiert, der sie mit überflüssigen Bemerkungen kommentierte, und außerdem kamen just nach 8 min Helmut und Heiko angerauscht [eher angeschlichen! d.Red.], die sich verlaufen hatten und nun hinter uns gewesen waren. Auch sie wunderten sich über Zeit und Ort meines so ersehnten Mittagsschlafes.

So bin ich  wieder hoch und mühte mich weiter ab. Zum Glück kam jetzt ein sehr schöner Streckenabschnitt mit Bach und Endmoränenlandschaft. Hier kam bei mir der Durchbruch, und ich hatte endlich das Gefühl, dass es rund läuft. Anscheinend habe ich 65 km zum Einlaufen benötigt, denn danach kamen keine Schwächephasen mehr, und ich konnte Lauf und Landschaft bis zum Schluss genießen.

Heiko hatte sich inzwischen zurückfallen lassen, und ich lief mit Helmut und Christian durch die wunderschöne Landschaft - erwähnt seien hier nur die riesengroßen Flächen mit blühender(!!!) Heide - bis zum 2. Verpflegungspunkt am Meer (km 80).

Ab hier kannte ich die Strecke, da ich sie letztes Jahr mit Martin Klages gelaufen war. Ich konnte es kaum erwarten, die Pause zu beenden und wieder loszulaufen. Dieses Jahr war das Wetter viel wärmer, und ich bin mit kurzer Hose und T-Shirt weiter gelaufen. Letztes Jahr war ich in lange Thermowäsche eingemummelt. Es gab einen wunderschönen Sonnenuntergang ins Meer, und die Temperaturen blieben so bei 16°C.

Helmut wollte noch ein wenig länger Pause machen und ging davon aus, dass er uns bald wieder einholt, so sind Christian und ich schon losgelaufen. Leider hat er es nicht mehr geschafft, uns einzuholen. Später stieg er bei km 139 aus.

Alles fiel viel leichter als im letzten Jahr, da wir an vielen Ecken den Weg nicht mehr suchen mussten. Christian und ich ergänzten uns hervorragend, da jeder mit etwas anderen Vorerfahrungen die Strecke gelaufen war. Gemeinsam sind wir eben unschlagbar!

Diesmal haben wir auch den schwer zu findenden Weg auf die drei Bergspitzen von Steinhuvudet gefunden und haben, ohne uns zu verlaufen, den steilen Weg wieder zum Meer zurück gefunden. Obwohl es stockduster war, konnte man den berauschenden Blick zum Meer erahnen. Es war eine wundervolle Atmosphäre.

Danach kam unser einziger Irrweg: bei Rorums Strand haben wir den Weg ins Land nicht gefunden und sind bis Vik am Strand entlang gegangen, was ziemlich beschwerlich war, da der Strand mit lauter runden Kieselsteine besät war. Man fand beim Laufen keinen festen Halt und rutschte permanent. Dies brachte Christian eine Blase ein und mich zum Stolpern, was einen schmerzhaften Fall auf linke Knie zur Folge hatte. Der Schmerz legte sich zum Glück bald, die Blase blieb.

In Vik angekommen haben wir eine längere Pause eingelegt, Socken und Schuhe von Sand befreit, die Blase versorgt und die Füße mit Hirschtalg eingecremt. Ich war gespannt, was die Mischung aus Sand und Hirschtalg für eine Wirkung auf die Füße haben würde.

Von Vik ging es über Simrishamn und Skillinge wieder an den Strand. Diese 13 km zum 3. Verpflegungspunkt hatte ich noch in guter Erinnerung, da die Strecke endlos lang war.

Leider bestätigte sich diese Erfahrung aufs Neue, nur diesmal wusste ich ungefähr, wann es endet. 90° vom Leuchtturm musste man rechts einbiegen und kurz danach war der Verpflegungspunkt. Das machte die Strecke ein wenig erträglicher, und außerdem gab es einen wunderschöner Sonnenaufgang über dem Meer, von dem ich kaum meinen Blick wenden konnte. Die Nacht war zu Ende, und es fingen auch Gruppen von Graugänsen an, sich zu formatieren und loszufliegen. Eine irre Atmosphäre. Die Nacht war nun zu Ende.

Um 7.00 Uhr waren wir am Verpflegungspunkt und bekamen heißen starken Kaffee und Pfifferlingsrahmsuppe. Nach 20 min ging es dann auf die letzten 37 km.

Auch dieser Streckenabschnitt hatte seinen Reiz. Erst ging es durch Heidelandschaft und Wald, dann zum Strand, und weiter über wunderschöne Wiesen zum Fischerort Kåseberga. Von dort auf die Steilklippe und an den 59 Steinblöcke von Ales Stenar vorbei. Die 1000 Jahre alte Anlage markiert das Grab eines Wikinger Häuptlings und bildet einen 67 m langen Schiffsgrundriss. Die beiden Steven-Steine zeigen an den Sonnenwendterminen auf die Punkte des Sonnenaufganges. Der Weg auf den Steilklippen war sehr abwechslungsreich mit Grashügeln, Kühen, Kletterleitern und einer steilen Passage, die ich blind, von Christian geführt, durchgehen musste, sonst wäre ich runtergefallen. Die ganze Zeit über habe ich den Blick aufs Meer und auf die Küste von Ystad genossen.

Nach diesem wunderschönen Stück kam leider endlos Straße, da das Militär die Strecke am Meer blockierte. Hier überfiel uns kurz vor dem Ziel noch so eine große Müdigkeit, dass wir uns hinter einem Gartenzaun noch mal 15 min zum Schlafen hinlegten.

Die letzten 10 km nach Ystad sind wir dann nur noch gegangen, da die Hitze extrem war und  wir von der Zeit genug Polster hatten. Verlaufen war auch nicht mehr angesagt, da ich die Strecke kannte. Wir sind eine Stunde vorm Zeitlimit im Ziel eingetroffen, was Familie Samuelsson sehr freute, da wir die letzten auf der Strecke waren und sie nun auch Feierabend machen und den GAX 100 2009 beenden konnten. Fazit: Es war ein wunderschöner, anspruchsvoller Lauf mitgroßer Abwechslung und einigen Herausforderungen. Sehr liebevoll von der gesamten Familie Samuelsson organisiert und durchgeführt!

Übrigens habe ich mir, im Gegensatz zum letzten Jahr, nur eine Miniblase erlaufen. So konnte ich nach meinem kurzen Mittagschläfchen noch einen Stadtbummel durch Ystad machen, und danach hatten Rolf und ich das große Vergnügen abends mit dem Schauspieler Krister Henriksson, den man besser unter Kurt Wallander kennt, zusammen zu speisen, da er zufällig am Nachbartisch saß und sich mit den Touristen um ihn herum unterhielt. 

17.9.09 11:17


M/U # 81 - M # 71 - Hamburg-Allermöhe - 1. Allermöher Triple Marathon am 27.06.09 - eigener Bericht

Heute, am 27.06.2009,  war mal wieder frühes Aufstehen angesagt. Um 4.15 Uhr war ich mit Peter Kummer verabredet, denn wir wollten zusammen zum 1. Allermöher Triple Marathon. Geplant waren drei Marathons mit Start um 5 Uhr, 11 Uhr und 17 Uhr. Nach 24 Minuten waren wir dann auch schon am Eichbaumsee in Hamburg-Allermöhe, wo bereits eifriges Treiben herrschte, da schon viele Teilnehmer vor Ort waren.

Bald ging es dann auch schon los. Um 5 Uhr begann der erste Start der Dreierserie. Es war eine wunderschöne Strecke, ohne jegliche „Berge“ und immer am See entlang. Zeitweise hatte man sogar auf der einen Seite den Eichbaumsee und auf der anderen Seite die Dove Elbe und ich kam mir vor wie auf einem fremden Stern. Es war Idylle pur.

Die Runden vergingen wie im Flug. Das Wetter hielt sich bewölkt, aber es regnete nicht. Heute lief ich überwiegend alleine, nur manchmal ergab sich die ein oder andere Runde mit bekannten Läufern, aber nach einem kurzem Plausch ließ ich mich schnell wieder zurückfallen, um der Musik aus meinem iPod lauschen zu können. Nach und nach wurde es ein wenig schwül, und der Lauf wurde ein wenig anstrengender, trotzdem war ich mit den 42,2 km ziemlich schnell fertig.

Danach zog ich mich schnell um und habe gleich anschließend für den 11 Uhr-Lauf den Platz als Rundenzähler eingenommen. Bei diesem zweiten Marathon des Tages durfte mit Uli Niehuß die Runden zählen und war ganz schön aufgeregt. Von dieser Seite hatte ich noch nie einen Lauf erlebt und war nun neugierig, was mich erwarten würde. Eigentlich hatte ich befürchtet, dass es ein wenig langweilig werden könnte, aber ganz im Gegenteil war es total spannend, wann, wer, in welcher Zeit wieder vorbeikommt, so dass diese sechs Stunden auch wieder wie im Fluge vorbeigerast sind.

Besonders aufgefallen ist mir die Gesamtsiegerin Hanne Christensen, die mit einer solcher Gelassenheit und Geschwindigkeit ihre Runden gedreht hat, dass es eine wahre Freude war, ihr zuzusehen. Einige Männer hat sie irritiert, unter anderem auch Jobst von Palombini. Nach seinem Sieg im ersten Lauf erlebte er jetzt (dadurch?) einen massiven Einbruch. Er war kurz davor aufzugeben und benötigte ein paar Runden, um sich wieder zu fangen. Alles Achtung, dass er diesen Lauf mit dieser Zeit zu Ende gelaufen ist!

Beeindruckt hat mich auch Peter Kummer, der noch nie mehr als 50 km am Stück gelaufen war und heute mit einer Souveränität und immer einem riesengroßen Lachen im Gesicht seinen zweiten Marathon des Tages fast genau so konstant gelaufen, wie seinen ersten. Super!

Und dann noch May-Britt Hansen, die alle drei Marathons gelaufen ist und beim zweiten noch sehr frisch aussah.

Auch Michael Hein und Vagn Kirkelung haben alle drei Marathons geschafft. Gratulation! Wo sind denn bloß die ganzen deutschen Läufer geblieben?? [Ich war in U.K. beim „Thames Ring Race" über 250 Meilen (= 400 km) Trail! Anmerkung des Webredakteurs.]

Den 17 Uhr-Start habe ich noch miterlebt. Es waren wesentlich weniger Teilnehmer am Start, als angemeldet waren. Auch ich habe gekniffen, da ich mich irgendwie nicht fühlte, etwas ausgepowert war durch den morgendlichen Marathon und das ungewohnte Rundenzählen beim 2. Lauf, das Wetter auch schwül-warm blieb und nicht wirklich zum Laufen einlud.

Wie ich aus der Ergebnisliste dann erfuhr, haben nur zwei Läuferinnen und zwei Läufer den tagesdritten Marathon gefinischt. Es muss wirklich anstrengend gewesen sein, wenn von den Startern, die ja alle keine Ultraneulinge waren, doch noch einige abgebrochen haben.

Da ich nicht mehr zum Helfen eingeteilt war, den Marathon auch nicht mitgelaufen bin, mein Mittagsschlafbedürfnis sich ausbreitete, bin ich nach Rücksprache, dass die verbleibenden Helfer ausreichen, nach Hause gefahren und konnte dadurch Peter Kummer eine bequeme Fahrgelegenheit nach Hause anbieten, welche er dankbar annahm.

Fazit: Es war ein wundervoller Tag, ein erfolgreiches Experiment des Organisationsteams Sabine und Peter Kellermann und Uli Niehuß. Ich hoffe sehr, dass der Triple-Marathon nächstes Jahr wiederholt wird.

30.6.09 20:04


M/U # 78 - U # 10 - Kiel -> Brunsbüttel - 5. Nord-Ostsee-Kanal-Lauf am 13.06.2009 - eigener Bericht

Wieder einmal war frühes Aufstehen angesagt. Um 7 Uhr wollten wir in Kiel-Holtenau zum Nord-Ostsee-Kanal-Lauf sein. Wir, das waren Christian Hottas und Ole Sporleder, die ich frühmorgens mit dem Auto abgeholt hatte, um nach Kiel zu fahren, und ich.

Wir kamen pünktlich an, konnten uns aus einer nahegelegenen Bäckerei sogar noch Kaffee und süße Leckereien erstehen und hatten noch genug Zeit, um uns in Ruhe auf den Lauf einzustimmen.

Der Lauf war als Gruppenlauf gedacht, was bei mir etwas Lampenfieber auslöste, da ich mir eine Strecke von 108 Kilometer, in einer Gruppe laufend, schwer vorstellen konnte. Ich vertraute aber auf die Erfahrung von Veranstalter Karl-Heinz Jost und wurde nicht enttäuscht.

Das Wetter war herrlich und blieb auch bis zum Ende so, zum Abend wurde es sogar noch mal richtig schön warm.

Die Strecke war sehr schön und führte bis auf 2-3 Ausnahmen immer am Kanal entlang. Alle paar Kilometer gab es eine Verpflegungspause mit einem vielfältigen Buffet, das von den vielen Helfern jedes Mal wieder ab- und am nächsten Punkt wieder aufgebaut werden musste. Das war bestimmt ein sehr anstrengender Job. Jedenfalls habe ich die Helfer nicht um diese Tätigkeit beneidet. Da bin ich doch lieber gelaufen.

Beeindruckt hat mich das Bürgermeisteraufkommen auf der Strecke: Vor dem Start hat uns der Bürgermeister von Kiel begrüßt; nach Erreichen der Marathondistanz empfing uns der Bürgermeister in Rendsburg; und mitten in der Nacht hat uns auch noch der Bürgermeister von Brunsbüttel erwartet und uns öffentlich von der Festbühne aus, auf einem Volksfest, begrüßt.

Der Lauf wurde von einem Zug- bzw. Bremsläufer und einem Endläufer bestimmt. Als Zug- bzw. Bremsläufer hatten Rosi von Kocemba und Hartmut Feldmann einen harten Job. Es war bestimmt schwer, permanent ein gleichmäßiges und doch relativ langsames Tempo zu halten, was beide jedoch ausgezeichnet hinbekamen. Sie liefen gerade am Anfang so schonend, dass wirklich fast alle die ganze Strecke laufend durchhalten konnten und im Ziel ankamen.

Endläufer war die ganze Zeit Ole Sporleder, der anfangs für sich selber lief, aber mit der Zeit gut damit zu tun hatte, die langsamen Läufer zu motivieren, etwas schneller zu laufen und später einen undankbaren Job hatte, da er immer wieder nach vorne zur Spitze laufen und ermahnen musste, dass ein wenig Tempo rausgenommen werden musste. Dies hat er mit viel Einfühlungsvermögen und Diplomatie hinbekommen. Als eher langsamer Läufer bedanke ich mich herzlich für das Engagement.

Leider hat das Gruppenlaufen dann doch nicht bis ganz zum Schluss geklappt, da das Leistungsniveau doch zu sehr auseinander fiel. Zwischen dem 65. und 84. Kilometer waren wir eine kleine Gruppe von fünf Läufern, die das Schlusslicht bildeten, und wir waren sicher, dass wir noch im Zeitlimit plus Toleranz im Ziel ankommen würden.

Dies war den Schnellen aber dann doch zu langsam. So gab es von Karl-Heinz Jost die Ansage, dass alle ein Minimaltempo von 8 min/km laufen müssten. Ansonsten würde er davon Gebrauch machen, dass er die langsamsten Teilnehmer mit dem Auto ein paar Kilometer bis zum nächsten oder übernächsten Verpflegungspunkt fahren würde.

Diese Drohung weckte in allen von uns wieder Kampfgeist, denn niemand wollte sich mit dem Auto fahren lassen. Der Nachteil war nur, dass wir jetzt nicht mehr als Gruppe liefen, sondern jeder für sich kämpfte.

Auch wenn man mir es auf den ersten Blick nicht zutraut: Selbst nach ca. 84 Kilometern konnte ich noch ganz schön schnell laufen. So haben Christian und ich, wie schon beim Grand Union Canal Race, auf den letzten 20 km einen Endspurt hingelegt, der es in sich hatte, und der machte diesmal richtig Spaß. Mit diesem Tempo war auch Karl-Heinz zufrieden, und wir mussten nicht ins Auto.

Am letzten Verpflegungspunkt haben sich dann alle versammelt, und gemeinsam gingen wir dann die letzten 3 Kilometer bis zum Ziel. Dort wurden wir sehr nett vom Bürgermeister empfangen, der uns auf dem gerade stattfinden Volksfest präsentierte und uns eine Kiste Bier ausgab.

Anschließend ging es zur Turnhalle, alle haben geduscht, und anschließend gab es noch eine schöne Siegesfeier mit persönlicher Überreichung der Pokale. Diese war total lieb gestaltet, da jeder Teilnehmer mit ein paar netten Worten von Karl-Heinz bedacht wurde. Allerdings stand der Uhrzeiger bei Ende auf 02.08 Uhr, und ich war dann doch froh, als der Tag zu Ende war. Nun wurden Ole, Christian und ich von Anne Jost (Karl-Heinz’ Frau) nach Kiel gefahren, und danach sind wir noch nach Hamburg gedüst. Zum Glück waren die Männer gleich im Tiefschlaf, so dass ich unbemerkt ein wenig auf Gaspedal drücken konnte. Um 05:00 Uhr bin ich endlich zu Hause und glücklich und zufrieden ins Bett gefallen.

Fazit: Gruppenlaufen ist nicht so schlimm, wie ich dachte. Auf jeden Fall war es ein schöner Lauf.

30.6.09 19:48


Grand Union Canal Race (GUCR 145) am 23.-25.05.2009 – Der absolute Wahnsinn!!! – eigener Bericht

Nach wochen- und monatelangen Vorbereitungen auf das „15th Grand Union Canal Race“ über 145 Meilen Trail von Birmingham nach London war es am 22. Mai 2009 endlich so weit: An diesem Freitag ging um 15 Uhr mein „flybe“-Flieger von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Birmingham, und alleine schon der Flug mit der Propellermaschine war ein Erlebnis für sich.

In Birmingham wartete Christian Hottas am Flughafen auf mich, und wir fuhren dann gemeinsam mit Bus 900 und Bus 11c zum Red Lion in die Vicarage Road. Dank Internet und zuvor erstelltem Fahrplanausdruck klappte dies auch reibungslos.

Christine "völlig entspannt" während der Busfahrt. (alle Fotos: cho)

Im Red Lion haben wir als erstes die dänische Fraktion mit Kent Møller, Søren Skytte und Kim Smitt gesichtet und begrüßt. Die Atmosphäre wurde dadurch gleich ein wenig familiärer.

Dann haben wir uns gleich einen Tisch gesucht und erst einmal etwas zu Essen bestellt. Da ich schon seit 28 Jahren kein Fisch und Chips mehr gegessen hatte, war klar, was bestellt werden „musste“. Und mit einer ordentlichen Portion Salz bestreut, schmeckte der Fisch dann auch oberlecker.

Während des Essens erschien dann auch der Veranstalter Dick Kearn, der sich sein Zelt im Gartenteil des Lokals aufbaute und die letzten Startunterlagen verteilte. Ein wirklich uriger Typ mit typisch englischem Humor.

Christian und ich setzten uns noch ein wenig raus und lernten Peter Johnson und John Poole kennen, die beide schon je fünf Mal das GUCR gefinisht hatten. Besonders John hatte einen herrlichen Humor, und mit ihm habe ich mich länger unterhalten und mich über seine trockenen bissigen Bemerkungen sehr amüsiert. (… vor allem über seine Prognose, dass Christine den Lauf vor mir finishen könnte. [Anmerkung von Christian])

Gegen 21 Uhr wurden wir ins reservierte Hotel gebracht, und jeder verkrümelte sich auf sein Zimmer.

Um 3.30 Uhr war für mich die Nachtruhe zu Ende, da wir um 4.30 Uhr vom Veranstalter zum Startplatz gefahren wurden. Weil ich morgens ungern auf meinen (mitgebrachten) Capuccino verzichte, musste das frühe Aufstehen sein.

Gegen 5 Uhr waren wir nun endlich am Startplatz in der Gas Street in Birmingham. Aufregung ist überhaupt kein Ausdruck für das, was ich empfand. Ich konnte mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass ich jetzt 245 (oder mehr) Kilometer vor mir hatte und die ohne größere Pause durchlaufen sollte. Alle wirkten völlig cool. Christian besorgte noch einen Kaffee, den ich sehr gerne in Empfang genommen habe.

Es war ein wenig frisch, aber die Wettervorhersage hatte zwei Sonnentage angekündigt, die dann zu meiner Zufriedenheit auch eintrafen.

"Total relaxed" am Start.

Vor dem Start lernten Christian und ich noch den Rest der deutschen Fraktion, nämlich Jan Bergmann und Norman Bücher, kennen. Beide wirkten souverän und erfahren, aber auch ein wenig angespannt. Auch sie sind beide bis ins Ziel gelaufen und konnten finishen.

Im Gespräch mit Jan Bergmann.

Ich konnte noch einmal mit John und Peter schnacken und ihnen für den Lauf alles Gute wünschen.

... und mit Peter Johnson und John Poole.

Um 6 Uhr ging es endlich los, und Christian und ich sind wie verabredet erst einmal langsam gemeinsam losgelaufen. Wir blieben unter den letzten zehn Teilnehmern und hatten es überhaupt nicht eilig.

Ich war völlig fasziniert vom Dreck und der grauen Atmosphäre, die mir entgegenschlug (und die teilweise bis London anhielt). Der vor Dreck strotzende Kanal trug auch nicht wirklich zu einer idyllischen Atmosphäre bei, trotzdem hatte es etwas Faszinierendes, an ihm entlang zu laufen.

Das Läuferfeld nach einer Meile in Birmingham.

Schon bald sah man die ersten Hausboote, die sich dadurch auszeichneten, dass sie besonders schmal waren. So passen immer zwei in die Schleusen, die sich in unendlicher Anzahl bis London hinzogen. Interessant an diesen Schleusen war, dass man sie per Hand auf und zu kurbeln musste. Überwiegend sah man die Frauen kurbeln, das hieß, dass sie von Bord mussten, Schleuse auf und zu drehen mussten und dies teilweise sechsmal hintereinander. Die Männer blieben lässig, freundlich grüßend, am Steuer stehen. Jeder schien aber mit seiner Rollenaufteilung zufrieden zu sein.

Kurz vor Meile 20...

... und mit entschlossener Mine beim Verlassen von CP 2 (Meile 22).

Eigentlich wollten Christian und ich nur bis zum 2. Verpflegungsstand (Meile 22) zusammen laufen, aber es lief so schön und harmonisch, dass er noch bis zum 3. Verpflegungsstand (Meile 35,9) bei mir blieb. Hier kam mein Schlafbedürfnis endlich hoch, es war so schöner Sonnenschein, und der Rasen lud zum Powernapping ein. Also habe ich mich 15 Minuten in die Sonne gelegt und tief und fest geschlafen.

Das war für Christian dann doch zuviel Pause, und er hat die Chance ergriffen und ist losgelaufen. (Genau genommen, hat sie mich weggejagt! [Anmerkung von Christian])

Frisch erholt, wurde ich gegen 15 Uhr wieder wach und lief nun alleine weiter. Jetzt musste ich ja selber auf den Weg achten. Das hört sich zwar so einfach an „einfach am Kanal entlang“, aber ein wenig aufpassen musste man ja doch. Zum Glück hatte der Veranstalter Dick eine hervorragende Streckenbeschreibung geliefert, die ich mir in meine Kanalkarten reingeschrieben hatte, und so funktionierte das Navigieren wunderbar, und ich konnte mich auf die Landschaft, Hausboote und die Menschen konzentrieren.

Ein schöner Bootsname: ITSAWISHCUMTRU.

Kleiner Bootshafen beim Zusammentreffen des GUC und des Oxford Canals.

Inzwischen vertrieb ich mir die Zeit damit, die fahrenden Hausboote zu überholen. Die hatten eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 4 Meilen/Std. einzuhalten, und das Überholen hatte einen abwechslungsreichen Spaßfaktor.

Es wurde langsam Abend, und aus den geparkten Hausbooten „krochen“ zunehmend die Menschen heraus, um ihre Hunde auszuführen, den Grill anzuschmeißen oder mir aufmunternde Worte zuzurufen. So nach dem Motto: „Well done! – Keep on going!“  Zwei Mal haben mir Gitarrenspieler ein Ständchen vorgesungen, was mich zum Halten brachte und mir bei Musik zu schönen Verschnaufpausen verhalf.

Abendstimmung bei Meile 50.

Der 4. Verpflegungsstand (Meile 53) kam schnell, und ich habe mich dort nicht lange aufgehalten. Ich band mir nur ein paar wärmere Sachen um und holte meine beiden Stirnlampen aus dem Gepäck.

Ich genoss weiterhin den abwechslungsreichen Weg (mal Schotter, mal Gras, mal Matsch) und lief lustig und entspannt vor mich her. Plötzlich klingelte mein Handy, und Christian wollte mich auf eine Gefahr auf dem Weg aufmerksam machen. Es stellte sich heraus, dass er nur so 10-15 Minuten vor mir war, was ihn sichtlich beeindruckte, wie ich an der kurzen Sprachpause heraushören konnte. Es lief bei mir aber auch einfach super-gut! Das Wetter war aber auch optimal, schöne, warme Sonne, und ich genoss einfach nur das Leben und das Laufen.

Bald war die Gefahrenstelle auch überwunden und die Überquerung des 2. Tunnels war mit Christians Wegbeschreibung auch gut zu bewältigen.

Inzwischen war es dunkel geworden, aber es war nie unheimlich, da der Kanal voller Hausboote und immer Leben um einen herum war.

Um 0.03 Uhr traf ich im 5. Verpflegungsstand (Meile 70,4) ein, und siehe da: Christian saß da noch und wartete auf mich. Er hatte Pech gehabt, da sich bei ihm eine Schuh-Innensohle und ein Socken „verabschiedet“ hatten und er sich ordentliche Blasen erlaufen hatte. Nun musste er sich mit nur wenig eingelaufenen Zweitschuhen begnügen.

Christine in CP 5 (Meile 70,4).

Da sich Christians Pausenzeit (erlaubt sind an jedem Check Point maximal 40 Minuten) dem Ende näherte, habe ich nur ganz schnell etwas getrunken, ein „wenig“ Schokolade (2 Taschen voll) eingepackt, und dann sind wir zusammen weiter gelaufen, was ich für den Rest der Nacht ganz angenehm fand.

Ich übernahm, warum auch immer, die Führung, und Christian lief etwas angestrengt, relativ wortkarg, hinter mir her. Unterwegs trafen wir dann noch Norman Bücher, der sich dann auch noch hinter uns einreihte und recht froh zu sein schien, dass er durch die weitere Nacht nicht alleine laufen musste. Zeitweise hatten wir auch noch zwei Briten im Schlepptau.

Um 4 Uhr erreichten wir den 6. Verpflegungsstand (Meile 84), und Christian war plötzlich fix und alle. Er musste wieder die volle Pausenzeit ausnutzen, um sich zu regenerieren, und ich überlegte, ob ich mein Wahnsinnstempo nun alleine weiter laufe oder bei Christian bleibe und erst einmal beobachte, was so mit ihm passiert. Habe mich natürlich für die zweite Möglichkeit entschieden.

Morgennebel hinter CP 6, so etwa bei Meile 85-88.

So sind wir wirklich gehenderweise bis zum nächsten Verpflegungspunkt marschiert, was sehr besinnlich und zumindest für mich erholsam war. Christian hat ca. 6-7 l getrunken, ich kam mit ca. einem Liter Wasser aus. Ich wollte auch nicht so viel trinken, da die „Rückzugsmöglichkeiten“ am Kanal eher sparsam bis gar nicht vorhanden waren und ich daher nicht so oft pinkeln wollte. Da haben die Männer es doch wirklich einfacher.

Kurzes Nickerchen (10 Minuten) in der Morgensonne, etwa bei Meile 95.

Schleusenüberquerung bei Meile 99.

Die Pause am Verpflegungsstand 7 (Meile 99,8) fiel nicht üppig aus, obwohl wir von der Zeit her noch Reserven hatten, aber da es so aussah, dass wir uns nicht schnell fortbewegen konnten, machten wir uns rechtzeitig auf den Weg. Eine sehr nette Helferin vom Team hat uns ihr Käppi für Christian ausgeliehen, da der Tag versprach, wieder heiß und sonnig zu werden Sie hatte noch einen Nackenschutz aus einem Spüllappen dran gebastelt, der feucht gehalten, den Nacken von Christian kühlte.  Ans Laufen war bei diesen Temperaturen von erneut 28-30 °C nicht zu denken. Ich würde für mich behaupten wollen, dass ich gut hätte schneller laufen können, aber ob ich dann auch angekommen wäre, weiß ich nicht.

So sind wir gemeinsam weiter gegangen und haben bei jeder Wasserstelle Wasser nachgetankt, um die Hitze aushalten zu können.

Nun wurde es langsam knapp mit der Zeit, und ich fing an ein wenig zu drängeln, was aus Christian zumindest den Kompromiss hervorlockte, dass ich in den Schattenstellen laufen durfte und nur noch in den Sonnenstellen langsam gegangen bin. Er musste notgedrungen mit und hat es auch mehr oder weniger ertragen.

Um 18.35 Uhr waren wir am 8. Verpflegungspunkt (Meile 120,4), und es sah alles nicht mehr danach aus, dass wir das Ziel erreichen würden. Meine Laune sank zunehmend, und eine große Enttäuschung machte sich breit. Trotzdem wollte ich nicht allein weiter laufen.

 

Zugewucherter Wegabschnitt kurz vor Uxbridge, etwa Meile 124. (alle Fotos: cho)

Nun wurde es zum Glück ein wenig kälter, da die Sonne verschwand, und Christian biss sich immer weiter durch. Unsere Laufstrecken wurden immer länger und unsere Gehstrecken immer kürzer. Inzwischen hatte Christian seine Laufweste ausgezogen, da er glühte und sich alles sehr heiß anfühlte, und ich war dankbar für den Rucksack, da ich dort einige Sachen von ihm verstauen konnte. In diesem war auch der ganze Proviant wie Hackbällchen, Weingummi, mitgenommene Schokolade, Traubenzucker und noch andere feine Sachen, die ich immer mal wieder anbot, um die Energien zu reaktivieren.

Am 9. Verpflegungsstand (Meile 134) sind wir erst 19 Minuten vor Öffnungsschluss eingetroffen, was schon wieder eine Leistung war, da wir wegen einer Sperrung der Strecke noch einige Kilometer Umweg durch einen überwiegend von indischen Migranten dominierten Vorort Londons machen mussten.

Jetzt kam die große Entscheidung, entweder gemeinsam außerhalb des Zeitlimits zu finishen oder sich zu trennen und jeder für sich alleine zu kämpfen. Wir hatten nur noch 12 Meilen vor uns, also eine überschaubare Entfernung, aber es war Mitternacht, und es musste Tempo gemacht werden, da für diese Distanz nur noch 3 Stunden zur Verfügung standen.

Ohne viele Worte entschieden wir uns für das getrennte Weiterlaufen, und ich dampfte ab und ließ einen sehr lädierten Christian hinter mir. Ganz wohl war mir dabei nicht, aber ich baute auf seinen Ehrgeiz und seine Erfahrung.

Jetzt fing das Kämpfen an, ich lief was das Zeug hielt, schaute überhaupt nicht mehr auf die Karten, guckte nicht nach links oder rechts, sondern hatte nur noch den Gedanken im Kopf, in der geforderten Zeit anzukommen. Irgendwann sah ich ein Schild Richtung Paddington, welches noch 7,5 Meilen auswies. (Die Schilder verwiesen teils auf den Ortskern von Paddington, teils auf den Bahnhof, also jeweils auf Punkte hinter unserem Ziel bei Little Venice, das gerade eben am Rand von Paddington liegt. [Anmerkung von Christian])

Das war bei mir der völlige Einbruch, denn als ich hochrechnete, wie viel ich für die letzten 4 Meilen benötigt hatte, wurde mir klar, dass das Ziel in 45 Stunden nicht zu erreichen war.  Aber anstand nun völlig aufzugeben, fingen meine Beine an plötzlich völlig verrückt zu spielen und „durchzudrehen“. Und es lief und lief und lief!!!

Ca. 3,5 Meilen vor dem Ziel habe ich plötzlich Andrew Turner überholt, der irgendwie aus dem Nichts vor mir auftauchte und mit seiner Begleiterin langsam vor mir her schlich. Er hatte sich schnell meinem Lauf-Geh-Rhythmus angepasst, und wir wurden gemeinsam immer schneller.  So sind wir ca. 1 km gemeinsam gelaufen, aber dann hat Andrew mich überholt und ist in einem sehr schnellen Tempo weiter gelaufen. Jetzt wusste ich, dass ich das Ziel erreichen würde, habe mein Tempo gedrosselt und bin etwas entspannter bis ins Ziel gelaufen. Elf Minuten vor Zielschluss, nach 44:49 Stunden, war ich endlich im Ziel!

Wow, was für ein Timing!!!!!

Nun fehlte noch Christian, aber da kam auch schon die Meldung des Race Headquarters an Dick, dass Christian bereits auf der letzten Meile vor dem Ziel sei! Bevor ich meine Ungläubigkeit ausdrücken konnte, stampfte er schon in einer affenartigen Geschwindigkeit heran und wirkte superfröhlich und gut gelaunt.

Christian im Ziel. (Foto: CS)

So war unsere Taktik aufgegangen, wir hatten einen herrlichen gemeinsamen Lauf und zu jeder Zeit die richtige Entscheidung getroffen. Besser geht es nicht mehr.

Fazit: ein Traum, nächstes Jahr unbedingt wieder!!!!

4.6.09 16:29


M/U # 71 - U # 8 - Eisenach - 37. GutsMuths Rennsteiglauf (Supermarathon) am 16.05.2009 - eigener Be

Es fing damit an, dass ich abends im Hotel in Oberhof schon mal meine Sachen für den nächsten Morgen um 3 Uhr zurechtlegte, was ich sonst nie tue, und feststellte, dass ich gar keine Socken mitgenommen hatte. Aber auch gar keine, nicht mal zum Wandern am nächsten Tag.

So musste ich mir von meinem Mann Rolf Socken leihen (er Größe 42, ich Größe 36) und damit laufen. Habe daher in der Nacht von riesengroßen Blasen geträumt und deswegen schlecht geschlafen, kann aber gleich vorwegnehmen, dass ich nicht eine einzige erlaufen habe.

Um 3 Uhr war die Nacht zu Ende, und ich bin zum Busbahnhof in Oberhof getrabt, in der Erwartung, dass ich dort mit ganz wenigen Leuten stehen würde. Weit gefehlt, es standen dort mehr Leute, als ein leerer Bus fassen konnte, aber die Organisation war so durchdacht, dass alle sitzend mitgekommen sind (2. Bus stand halbvoll in Reserve).

Die Fahrt lud noch mal zum Schlafen ein, und nach einer Stunde waren wir in Eisenach.

Bei der Startnummernausgabe habe ich dann gleich Claudia (Erdmann) und Rainer (Pufahl)  getroffen, ein paar Fotos geschossen, noch mal in der Kloschlange (mit Mario Sagasser) gewartet, und dann war es auch schon 6 Uhr und der Startschuss fiel.

Von Christian (Hottas) war keine Spur zu sehen, trotzdem bin ich erst einmal ruhig losgetrabt. Als wir die ersten Steigungen erreicht hatten, sah ich ihn plötzlich über mir fotografieren. Jetzt kam Freude und Tempo auf. Dies blieb so bis zum Kilometer 16, bis ich beschloss, sein Tempo (sub 10 Stunden) nicht mehr mithalten zu können und zu wollen, und ich ihn allein auf die Hetzjagd schickte.

Obwohl der Weg klitschnass war, flogen plötzlich die Staubwolken, und weg war er.

Ich hielt mich eine Zeitlang hinter zwei Jungs, die ein gemächliches Tempo mit Fotopausen hatten, genoss die Landschaft und die Pfützen auf dem Weg und trottete gemütlich vor mich hin.

Zwischendurch hatte ich etwas Sorge, dass ich den Zielschluss in Oberhof nicht schaffen würde, aber alle um herum liefen weiter entspannt und wirkten so, als ob sie es auch bis zum Ende durchhalten wollten.

Vor Kilometer 50 bin ich zu zwei Männern aus der Umgebung aufgeschlossen und habe mich angeregt mit ihnen unterhalten. Durch die Unterhaltung haben wir uns dann tatsächlich verlaufen und wurden von einem nachfolgenden Läufer durch lautes Rufen wieder auf den rechten Weg gebracht. Noch mal vielen Dank für diese sportliche Geste, durch die der Mann sicherlich einige Minuten verloren hat.

Unsere kleine Dreiergruppe löste sich danach wieder auf, und ich war wieder allein. So langsam entspannte ich mich auch, schaute mir mal die Gegend an und war froh, als ich gegen 15 Uhr, also im Zeitlimit, am Grenzadler eintraf. Danach lief alles wie geschmiert, plötzlich konnte ich ein wenig Tempo aufnehmen und habe noch den einen oder anderen überholt.

Christian lies es sich nicht nehmen, nach seinem superschnellen Zieleinlauf wieder zurückzulaufen und mich die letzten Kilometer zu begleiten. Da er immer noch voll gut drauf war und sehr lebendig von seinen Erlebnissen erzählte, sind die letzten 3 Kilometer wie im Flug vergangen, und ich habe es zur Abwechslung mal genossen, von einem „Hasen“ gezogen zu werden.

Fazit: Dieser Lauf muss unbedingt wiederholt werden! Diesmal war ich viel zu nervös wegen der vielen „Berge“, so dass ich von der Landschaft nicht so viel mitbekommen habe. Jetzt wo ich weiß, dass man es schaffen kann, würde ich nächstes Jahr die Landschaft sowie die Verpflegungsstände viel mehr genießen wollen. Auf jeden Fall war die Stimmung und die Atmosphäre einmalig.

28.5.09 21:30


M/U # 69 - M # 62 - Hannover - 19. TUIfly Marathon Hannover am 03.05.2009 - eigener Bericht

Heute war frühes Aufstehen angesagt. Wieder die leidige Prozedur: Was packe ich ein, welche Klamotten ziehe ich an? Wie warm, wie kalt, wie nass wird es? Um 5 Uhr morgens sieht die Welt ja bekanntlich anders aus als um 12 Uhr mittags.

Dann musste noch der frisch gebackene Geburtstagskuchen für Christian verpackt werden, also war klar, dass ich mal wieder nicht mit einer Tasche auskommen würde.

Pünktlich wurde ich abgeholt, Hartmut war auch schon da, und dann ab zum Berliner Tor, wo uns Tatjana einsammeln wollte.

Um 8 Uhr waren wir in Hannover, und es war noch genügend Zeit für die notwendigen Vorbereitungen. Ganz viele Leute getroffen, Christian wurde noch von der Hannover Allgemeinen Zeitung interviewt und fotografiert, und dann ging es so langsam zum Start.

Wir liefen zu dritt los, Hartmut hatte uns im letzten Augenblick noch im Startblock gefunden, und wir schlugen ein angenehmes Lauftempo an. Schon bald lief uns Hartmut davon, und Christian und ich genossen die Atmosphäre und den Blick auf den Maschsee. Es lief alles supergut. Inzwischen hatte uns Schneggi eingeholt und lief mit uns, bevor er mit Tatjana, die inzwischen aufgeholt hatte, davon lief.

Bei km 6 hatte uns ein Mann eingeholt, der uns schon länger gefolgt war, und wir kamen ins Klönen. Dabei stellte sich heraus, dass es Paul Selby aus Südafrika war, der schon 23x den Comrades gelaufen war. Witzigerweise hatte mir Christian gerade am Mittwoch von ihm erzählt, da er ihn mal beim Rennsteiglauf getroffen hatte.

Nun hatte ich die Möglichkeit einige Geschichten noch mal im O-Ton zu hören, da Paul auch sehr gerne aus seinem Läuferleben erzählte und mir einige Sachen, die er berichtete, bekannt vorkamen. Christian und er unterhielten sich sehr angeregt auf Englisch, und so war es bis km 28 ein kurzweiliges Läufchen.

Das Wetter spielte mit, der Himmel war blau und die Temperatur genau richtig. Hatte mich doch richtig entschieden, kuzrärmelig anzutreten. Alles andere wäre unnötiger Ballast gewesen.

Zwischendrin holte uns Horst Preisler ein, und just in diesem Augenblick wurden wir vom offiziellen Fotographen als 4er-Gruppe aufgenommen. Beeindruckende Bilder, wie ich finde.

Bei km 28 musste ich zum Dixi, und danach stand die Frage an, ob wir mit Paul weiter laufen und dann über 5 Stunden ins Ziel kommen oder ob ich alle Reserven raushole und wir noch ein Sub 5 versuchen. Da alles super lief, wollte ich die Sub 5 versuchen, und nun fing das Kämpfen an.

Christian hatte seinen Spaß dabei, und da er beim „Antreiben“ nicht immer ganz leise ist, wurde er nicht selten mit schrägen Blicken bedacht, was wiederum mich zum Schmunzeln brachte.  Teilweise war ich recht entmutigt gewesen, hatte teilweise keinen Blick mehr für die wunderschöne Stadt gehabt, sondern nur noch für die Zeit.

Aber das Kämpfen hat sich gelohnt! Wir schafften es, und ich schwebte hinterher wie auf einer Wolke.
 
Nach einem Bummel (wir hatten ja noch so viel Zeit) durch die Messehalle und dem Vernaschen einer Bratwurst (680 kcal) sind wir zu viert zu McDonalds gefahren und haben den Geburtstagskuchen mit einem Kaffee genossen. Es war so romantisch auf der Terrasse zwischen einer Tankstelle und einer Autowaschanlage. Muss auch skurril ausgesehen haben.

Dann hat uns Tatjana sehr zügig und gut wieder zum Berliner Tor zurück gefahren, und ich habe dank der Unterhaltung mit Hartmut selten eine so kurzweilige Fahrt im Auto erlebt. Wir waren aber auch alle vier in bester Laune.

Hannover hat mir sehr gut gefallen, alles war gut durchorganisiert, trotzdem strahlte es eine angenehm familiäre Situation aus. Die Strecke war abwechslungsreich und die Helfer und das Publikum bis zum Schluss hochmotiviert.

5.5.09 21:28





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung