Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
 



Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
  Startseite
    Allgemeines
    Eigene Berichte
    Ergebnisse
    Presseartikel
  Über...
  Archiv
  Kontakt
  Abonnieren
 

Freunde
   
    hottas

    praxis-hottas
   
    teichwiesenfriends

   
    teichwiesen

    - mehr Freunde

Links
  DUV
  Arztpraxis von Christian Hottas
  FEM - Teichwiesen Marathons
  FEM - Lost Places Marathons
  Teichwiesen-Friends On Tour


http://myblog.de/squiddy

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Birmingham to London – 16th Grand Union Canal Race 145.4 M am 29.-31.05.2010 – eigener Bericht

Ein Traum ist wieder wahr geworden. Mein zweiter GUCR ist geschafft!!!

Obwohl ich den Lauf letztes Jahr relativ entspannt erfolgreich beendet hatte, war ich diesmal genau so aufgeregt wie 2009: Würde der Adrenalinspiegel für ein zweites Finishen reichen???

Dieses Jahr fing allerdings alles ganz anders an: Diesmal flog ich zusammen mit Hartmut Feldmann nach Birmingham, wo uns Christian am Flughafen bereits erwartete. Der Weg zum Treffpunkt in der Kneipe "The Red Lion" war mit dem Bus Nr. 9000 und dem Bus Nr. 11c zum Kings Heath viel einfacher, da zumindest Christian und ich die Strecke bereits kannten.

Der Red Lion war der Treffpunkt für alle Läufer und und zugleich die Startnummernausgabe. Ich kannte schon viel mehr Läufer und wurde vom Veranstalter mit einer herzlichen und liebevollen Umarmung begrüßt, was mich richtig rührte.

Auch May-Britt Hansen und Kent Möller aus Dänemark waren da. May-Britt wirkte sehr angespannt, aber ich war mir ziemlich sicher, dass sie es schaffen würde, was sich dann ja auch bewahrheitete.

Nach dem Essen - Christian und ich hatten wieder „Fish and Chips“, Hartmut „britische“ Lasagne - sind wir mit dem Bus Nr. 50 in die Innenstadt gefahren, bei der Kirche St. Martin ausgestiegen und zu Fuß zum gebuchten Travellodge Hotel in der Broad Street gegangen. Auf dem Weg dorthin bekamen wir einen Eindruck von der schönen alten Innenstadt von Birmingham. Leider reichte die Zeit jedoch nicht für einen Stadtbummel.

Unser Hotel lag wenige hundert Meter vom Startplatz in der Gas Street entfernt. Daher nutzten wir die Gelegenheit und machten vor dem Schlafengehen noch einen kleinen Spaziergang dorthin. Hier trafen wir auf Rajeev Patel, der sich mit seinen beiden Betreuerinnen genau wie wir auf den Lauf einstimmen wollte.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 4.45 Uhr, und nach einem heißen Capuccino kamen wir gegen 5.45 Uhr am Startplatz an. Viel Zeit blieb nicht mehr, also verluden wir die Taschen in das Gepäckfahrzeug und warteten etwas nervös auf den Start.

Jetzt verabschiedete sich Hartmut von uns, da er leider nicht  mitlaufen konnte; ersatzweise hatte er sich aber dafür dem Veranstalter als Helfer die ganze Zeit zur Verfügung gestellt. Ich glaube, er ist vom RD Dick Kearn sehr eingespannt worden, aber er hatte anscheinend auch viel Spaß dabei.

Am Start lernte ich Ellen Wold aus Norwegen kennen, die sich Christian und mir die ersten Meilen anschließen wollte. Ihre Grundschnelligkeit war eindeutig höher als unsere, so dass es sich dann ergab, dass sie sich nach ca. 35 Meilen nach vorn absetzte. Die Gesellschaft mit ihr war die ganze Zeit über sehr angenehm.

Zu meinem Leidwesen hatte es pünktlich zum Start begonnen zu regnen, und die Temperaturen blieben eher niedrig. Ich musste alles anziehen, was ich in meinem Rucksack an Ersatzkleidung mithatte. Der Regen hielt bis ca. 17 Uhr an, aber inzwischen hatte ich mich dran gewöhnt, und so störte er mich irgendwann nicht mehr.

Trotzdem war es ganz angenehm, als es endlich aufhörte zu regnen, da so unsere Kleidung noch vor der Dunkelheit und der Kälte trocknen konnte.

Als es zu warm wurde, wechselten wir in den Gehmodus, um Kräfte für die Nacht zu sparen. Zwischendurch legten wir dann auch eine kleine Pause ein, um in einem Canal Shop ein paar Souvenirs zu kaufen und uns ein Eis von der Stange zu gönnen.

Bei Meile 53 trafen wir Ellen am Verpflegungsstand 4 wieder. Sie schaute etwas verdutzt. Anscheinend hatte sie eine längere Pause gemacht. Sie lief dann schon mal los, aber da Christian und ich nur kurz Halt machten und Ellen bewusst langsam weiterlief, holten wir sie bald ein. Sie wollte mit uns zusammen die Nacht durchlaufen, was ich ausgesprochen sinnvoll fand. Das machte die Nacht für uns alle Drei recht angenehm und kurzweilig.

Ellen hatte zwischenzeitlich ein ganz schönes Tief, aber sie hat sich super wieder heraus gekämpft.

Am nächsten Morgen beim nächsten Verpflegungstand 6 (Meile 84) war ich so müde, dass ich um eine Schlafenspause bat. Daher hüllten Christian und ich uns neben dem Verpflegungsstand in unsere Notfallfolien und versuchten, 15 min zu schlafen.

Ellen hatte spätestens nach Christians Standpauke im VP 6 ihr Tief überwunden und lief derweil schon mal weiter.

So richtig erholsam war dieser frühe Schlaf im kalten Morgen nicht, aber mein Körper hat sich wenigstens mal ausgestreckt liegend erholen können.

So quälten Christian und ich uns etwas mühsam weiter und beschlossen nach ein paar Stunden, in der schönen warmen Morgensonne ein weiteres Kurzschläfchen zu halten. Diesmal konnten wir beide 10 min tief und fest in der Sonne schlafen, und anschließend lief es eindeutig viel besser, besonders da es versprach, ein schöner, warmer und vor allem trockener Tag zu werden.

Am nächsten Verpflegungspunkt 7 (Meile 99,8) erfuhren wir, dass Ellen schon vor einer Stunde weitergelaufen war, was uns sehr freute. Also hatte sie nicht aufgegeben, wie sie am Ende der  Nacht im VP 6 zart angedeutet hatte.

Nach einer kurzen Umziehpause liefen wir in den Nachmittag hinein. Es wurde immer wärmer, und unser Tempo blieb dementsprechend auf Sparflamme. Trotzdem kamen wir mit einer guten Zeit im 8. Verpflegungspunkt (120,4 Meilen) an. Hier zog ich mich schon für die Nacht um und nahm alles mit, was ich meinte, brauchen zu müssen. Jetzt wurde es ein bisschen warm mit der langen Hose, aber ich wollte lieber schwitzen, als später frieren.

Das Vorsorgedenken bewährte sich spätestens am VP 9 (Meile 133), da dort kein Zugriff auf unser Gepäck mehr möglich war und wir somit mit dem auskommen mussten, was wir bei uns hatten. Zum Glück hatte ich noch 2 Jacken mit, die ich dann auch dringend benötigte, und 2 Stirnlampen, wovon ich Christian eine  abgeben konnte.

Die Helfer am letzten Verpflegungsstand waren hellauf begeistert, dass wir dieses Jahr zwei Stunden früher als letztes Jahr eintrafen, und gaben uns mit ihrem trockenen englischen Humor einige nette Wünsche mit auf den Weg. Da wir die letzten waren, hatten sie jetzt Feierabend.

Ihre gute Laune war regelrecht ansteckend. Die letzten 12 Meilen waren dann das absolute Highlight.  Erst mussten wir bei Brücke 16a einen Umweg durch die Stadt bis zur Brücke 15 machen. Der Umweg war halb so schlimm wie letztes Jahr, nervte aber um diese späte Stunde (inzwischen war bereits die zweite Nacht angebrochen) schon ein wenig.

Christian war ziemlich müde und hätte am liebsten eine Mini-Schlafpause eingelegt, die ich aber nicht mitmachen wollte, da ich quietschewach war und meinen Turbo hätte anschmeißen können. Geeinigt haben wir uns dann auf einen schnellen Gehrhythmus, da eine Trennung zu diesem Zeitpunkt wirklich blöd gewesen wäre.

Dann kam der Clou: 6 Meilen vor Schluss stand eine Gruppe von vier Leuten herum, und ich brauchte eine Zeitlang, um zu erkennen, dass es welche von uns waren, die eine Pause machten. Ellen (!) war dabei und sah einfach nur glücklich aus.

Ich konnte meinen Turbo nicht abstellen und rannte einfach weiter, Christian notgedrungen hinterher, bis wir auf eine weitere Gruppe mit zwei Leuten trafen, die ebenfalls rasteten.

Jetzt war auch Christians wieder hellwach, da wir tatsächlich kurz vor Schluss noch sechs Leute überholt hatten und diese neue Platzierung nun nicht mehr hergeben wollten.

Hartmut empfing uns im Ziel und sah auch sehr glücklich aus. Er hatte die letzten 45 Stunden wohl auch eine ganz wunderbare Erfahrung machen dürfen.

Fazit: ein wunderschöner Lauf, den ich unbedingt nächstes Jahr noch einmal laufen möchte!!!

2.7.10 01:00
 
Letzte Einträge: MM/U # 730 (22) – U # 140 – Hamburg – 26. Billerhuder Insel Marathon am 17.04.2017



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung