Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
 



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M/U # 89 – U # 11 – Ystad / SWE – Gax 100 M (Trail) am 15./16.08.2009 - eigener Bericht

Heute Morgen war ich mal wieder so ganz entspannt vor Aufregung und fand mich daher 90 Minuten  zu früh am Start in Ystad ein. Außer mir war nur der Vater von Stefan Samuelson am Marktplatz vorm Touristikbüro. Also bin ich noch ein wenig bummeln gegangen und habe erfolglos einen offenen Bäcker mit Kaffeeausschank gesucht. Unterdessen war Heiko Müller im Startbereich eingetroffen, und wir haben ein wenig Lauferfahrungen ausgetauscht. Helmut Rosieka, den ich aus Öjendorf kannte, traf als Nachmelder ein und wollte sich Christian und mir beim Laufen anschließen. Kurz vor 8.00 Uhr kam dann endlich Christian an, dessen Ruhe ich vor so einem Start ich immer wieder bewundere.

Um 8.00 Uhr gab die Mutter von Stefan den Startschuss, und wir sind alle losgerannt. Es ging ziemlich zügig los, und schon in der Stadt selber haben sich die ersten Läufer verlaufen und mussten von Stefans Vater wieder auf den richtigen Weg gebracht werden.

Ich fühlte mich sehr sicher, da Christian bei uns war, der einen guten Orientierungssinn hat und die Strecke vom letzten Jahr noch kannte, so dass ich nicht so sehr auf die Streckenführung geachtet habe. Ich hatte Mühe, das Tempo mitzuhalten, welches Christian und Helmut, die ganz vertieft in Gesprächen waren, vorgaben. Obwohl ich hinter den beiden für mich alleine lief, fiel es mir schwer meinen Rhythmus zu finden, und ich fühlte mich durch das Zeitlimit von 6 Stunden für den ersten Marathon etwas gehetzt. Es hat in Südschweden nämlich ganz nette Anstiege [das nennt man Endmoränenlandschaft! d.Red.], und sobald man sich im Tal befindet, geht es wieder bergauf. Zum Glück entschädigte die traumhafte Landschaft und in unserem Fall ein exzellentes Wetter diese Unannehmlichkeit. Kurz vorm ersten Verpflegungspunkt zogen die Männer davon, da das Zeitlimit knapp wurde, aber auch ich mit meiner Bummelei habe es noch mit 05.59.00 geschafft, im Limit zu bleiben. War mir zu diesem Zeitpunkt nicht klar, ob ich mich darüber freuen sollte. Nun hieß es weiterzulaufen. Am Verpflegungspunkt hatten wir Heiko Müller eingeholt, und Helmut und Heiko sind in ihrem Tempo davon gezogen.

Jetzt konnte ich meine schlechte Laune an Christian ablassen, der sie stoisch ertrug.

Es war wirklich ein Vorteil, dass Christian die Strecke letztes Jahr schon mal gelaufen war und die kleinen Ecken kannte, die zum Verlaufen einluden. Obwohl die Strecke sehr interessant war und durch Wiesen und  Wälder bergauf und bergab führte, war ich bei km 57 so müde, dass ich meine tarifrechtliche Pause von 15 min einforderte.

Ohne große Worte habe ich mich unter den nächsten Baum gelegt und den Wecker auf 15 min gestellt.

Leider wurde die Pause von Christian boykottiert, der sie mit überflüssigen Bemerkungen kommentierte, und außerdem kamen just nach 8 min Helmut und Heiko angerauscht [eher angeschlichen! d.Red.], die sich verlaufen hatten und nun hinter uns gewesen waren. Auch sie wunderten sich über Zeit und Ort meines so ersehnten Mittagsschlafes.

So bin ich  wieder hoch und mühte mich weiter ab. Zum Glück kam jetzt ein sehr schöner Streckenabschnitt mit Bach und Endmoränenlandschaft. Hier kam bei mir der Durchbruch, und ich hatte endlich das Gefühl, dass es rund läuft. Anscheinend habe ich 65 km zum Einlaufen benötigt, denn danach kamen keine Schwächephasen mehr, und ich konnte Lauf und Landschaft bis zum Schluss genießen.

Heiko hatte sich inzwischen zurückfallen lassen, und ich lief mit Helmut und Christian durch die wunderschöne Landschaft - erwähnt seien hier nur die riesengroßen Flächen mit blühender(!!!) Heide - bis zum 2. Verpflegungspunkt am Meer (km 80).

Ab hier kannte ich die Strecke, da ich sie letztes Jahr mit Martin Klages gelaufen war. Ich konnte es kaum erwarten, die Pause zu beenden und wieder loszulaufen. Dieses Jahr war das Wetter viel wärmer, und ich bin mit kurzer Hose und T-Shirt weiter gelaufen. Letztes Jahr war ich in lange Thermowäsche eingemummelt. Es gab einen wunderschönen Sonnenuntergang ins Meer, und die Temperaturen blieben so bei 16°C.

Helmut wollte noch ein wenig länger Pause machen und ging davon aus, dass er uns bald wieder einholt, so sind Christian und ich schon losgelaufen. Leider hat er es nicht mehr geschafft, uns einzuholen. Später stieg er bei km 139 aus.

Alles fiel viel leichter als im letzten Jahr, da wir an vielen Ecken den Weg nicht mehr suchen mussten. Christian und ich ergänzten uns hervorragend, da jeder mit etwas anderen Vorerfahrungen die Strecke gelaufen war. Gemeinsam sind wir eben unschlagbar!

Diesmal haben wir auch den schwer zu findenden Weg auf die drei Bergspitzen von Steinhuvudet gefunden und haben, ohne uns zu verlaufen, den steilen Weg wieder zum Meer zurück gefunden. Obwohl es stockduster war, konnte man den berauschenden Blick zum Meer erahnen. Es war eine wundervolle Atmosphäre.

Danach kam unser einziger Irrweg: bei Rorums Strand haben wir den Weg ins Land nicht gefunden und sind bis Vik am Strand entlang gegangen, was ziemlich beschwerlich war, da der Strand mit lauter runden Kieselsteine besät war. Man fand beim Laufen keinen festen Halt und rutschte permanent. Dies brachte Christian eine Blase ein und mich zum Stolpern, was einen schmerzhaften Fall auf linke Knie zur Folge hatte. Der Schmerz legte sich zum Glück bald, die Blase blieb.

In Vik angekommen haben wir eine längere Pause eingelegt, Socken und Schuhe von Sand befreit, die Blase versorgt und die Füße mit Hirschtalg eingecremt. Ich war gespannt, was die Mischung aus Sand und Hirschtalg für eine Wirkung auf die Füße haben würde.

Von Vik ging es über Simrishamn und Skillinge wieder an den Strand. Diese 13 km zum 3. Verpflegungspunkt hatte ich noch in guter Erinnerung, da die Strecke endlos lang war.

Leider bestätigte sich diese Erfahrung aufs Neue, nur diesmal wusste ich ungefähr, wann es endet. 90° vom Leuchtturm musste man rechts einbiegen und kurz danach war der Verpflegungspunkt. Das machte die Strecke ein wenig erträglicher, und außerdem gab es einen wunderschöner Sonnenaufgang über dem Meer, von dem ich kaum meinen Blick wenden konnte. Die Nacht war zu Ende, und es fingen auch Gruppen von Graugänsen an, sich zu formatieren und loszufliegen. Eine irre Atmosphäre. Die Nacht war nun zu Ende.

Um 7.00 Uhr waren wir am Verpflegungspunkt und bekamen heißen starken Kaffee und Pfifferlingsrahmsuppe. Nach 20 min ging es dann auf die letzten 37 km.

Auch dieser Streckenabschnitt hatte seinen Reiz. Erst ging es durch Heidelandschaft und Wald, dann zum Strand, und weiter über wunderschöne Wiesen zum Fischerort Kåseberga. Von dort auf die Steilklippe und an den 59 Steinblöcke von Ales Stenar vorbei. Die 1000 Jahre alte Anlage markiert das Grab eines Wikinger Häuptlings und bildet einen 67 m langen Schiffsgrundriss. Die beiden Steven-Steine zeigen an den Sonnenwendterminen auf die Punkte des Sonnenaufganges. Der Weg auf den Steilklippen war sehr abwechslungsreich mit Grashügeln, Kühen, Kletterleitern und einer steilen Passage, die ich blind, von Christian geführt, durchgehen musste, sonst wäre ich runtergefallen. Die ganze Zeit über habe ich den Blick aufs Meer und auf die Küste von Ystad genossen.

Nach diesem wunderschönen Stück kam leider endlos Straße, da das Militär die Strecke am Meer blockierte. Hier überfiel uns kurz vor dem Ziel noch so eine große Müdigkeit, dass wir uns hinter einem Gartenzaun noch mal 15 min zum Schlafen hinlegten.

Die letzten 10 km nach Ystad sind wir dann nur noch gegangen, da die Hitze extrem war und  wir von der Zeit genug Polster hatten. Verlaufen war auch nicht mehr angesagt, da ich die Strecke kannte. Wir sind eine Stunde vorm Zeitlimit im Ziel eingetroffen, was Familie Samuelsson sehr freute, da wir die letzten auf der Strecke waren und sie nun auch Feierabend machen und den GAX 100 2009 beenden konnten. Fazit: Es war ein wunderschöner, anspruchsvoller Lauf mitgroßer Abwechslung und einigen Herausforderungen. Sehr liebevoll von der gesamten Familie Samuelsson organisiert und durchgeführt!

Übrigens habe ich mir, im Gegensatz zum letzten Jahr, nur eine Miniblase erlaufen. So konnte ich nach meinem kurzen Mittagschläfchen noch einen Stadtbummel durch Ystad machen, und danach hatten Rolf und ich das große Vergnügen abends mit dem Schauspieler Krister Henriksson, den man besser unter Kurt Wallander kennt, zusammen zu speisen, da er zufällig am Nachbartisch saß und sich mit den Touristen um ihn herum unterhielt. 

17.9.09 11:17
 
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