Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
 



Christine Schroeder - Marathon als Weg zu persönlichem Wohlbefinden
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M/U # 739 (31) – U#143 – Birmingham to London – 23. Grand Union Canal Race (145.4 M)am 27.-29.05.17

43:41:00 h - 62. Ges. - 10. Frau – ca. 14 - 23 °C, anfangs bewölkt, später Nieselregen, am zweiten Tag schwül, warm. Flug von HH-Birmingham um 11:35 Uhr. Pünktlich mit Christian am Flughafen gewesen, ein bisschen durch die Geschäfte gebummelt und Thomas Kokholm aus Dänemark getroffen, der auch den GUCR laufen wollte.

Um 12 Uhr in Birmingham angekommen, wieder mit „unserem“ Bus, allerdings hieß er diesmal X1 und nicht mehr J, nach Birmingham gefahren. Es hatte sich im letzten Jahr einiges auf der Strecke verändert, anderes wiederum war sehr vertraut.

In Birmingham über den Markt und durch die Mall am „The Cube“ vorbei zum Hotel Travelodge gegangen. Nach dem Einchecken den obligatorischen Bummel durch Birmingham gemacht, dabei Christian und Ursula Marti mit Russell Secker getroffen. Danach zum Tesco gegangen und den halben Laden leergekauft, u.a. unser Abendbrot, Piri piri, 6 Äpfel, ein Buch, usw..

Um 19 Uhr holten wir unsere Startunterlagen ab und trafen als erstes auf Dick und seine Frau, der sichtlich gerührt war, uns zu sehen. Anschließend wurden wir von Keith und seiner Frau herzlich begrüßt. Gill gab die Startunterlagen aus und hatte wieder leckeren, selbstgebackenen Kuchen zum Naschen hingestellt.

Danach sind wir aufs Zimmer und jeder hat sich auf seinen Lauf vorbereitet, Christian lief ja diesmal den North York Moors Hundred in Malton.

Diesmal hatte ich nur meine Schutzhülle für die Karten vergessen. Zum Glück hatte Christian zwei mit und lieh mir eine.

Am nächsten Morgen entschied ich mich meine eingelaufenen Schuhe und nicht die neugekauften zu tragen. Die dicke Blase vom Heidschnuckenlauf wurde von Christian großzügig mit Compeed, Platte und Tape abgeklebt. Es hat wunderbar funktioniert und die Füße haben null Probleme gemacht.

Um 5:30 Uhr ging es zum Start zur Gas Street und meine Aufregung wurde immer größer. Am Start viele bekannte Läuferinnen und Läufer getroffen.

Um 6 Uhr ging es, nach einer Ansprache von Dick (dazu ist Keith noch zu schüchtern), los und ich befand mich ganz schnell gaaanz hinten. Das Wetter war durchwachsen, aber warm. Nach ca. 1 Stunde fing es an zu regnen. Aber da es dabei warm blieb und das angekündigte Gewitter ausblieb, war alles im grünen Bereich.

Ich genoss den Kanal, den ich schon so gut kannte. Diesmal waren wieder ganz viele "Kraniche" unterwegs und natürlich die kleinen Entlein und Schwäne.

Die gelben Lilien, der gelbe Ginster sowie der rote Mohn sorgten immer wieder für fröhliche Farbkleckse.

Diesmal blieben die gefürchteten Matschpassagen aus, erstens hatte es in England lange nicht geregnet und zweitens waren einige Abschnitte von den Gemeinden neu belegt worden, intelligenterweise etwas höhergelegen mit integrierten Ablaufrinnen. Das machte die Strecke eindeutig einfacher, allerdings weniger abenteuerlich, dafür weniger blasenanfällig.

CP 1 (10,7 Meilen) konnte ich gut im Zeitlimit erreichen, CP 2 (22,4 Meilen) auch.

Inzwischen hörte der Regen auf und es wurde warm und schwül, eigentlich mein Wetter. Aber irgendwie kam ich nicht in Schwung hatte keine Reserven Fahrt aufzunehmen.

Vor CP 3 (36 Meilen) überholte ich dann Kate Jayden, Rajeev Patel und Liz Tuna. Rajeefverwische ich jedes Jahr an dieser Stelle und ich wünschte ihm, dass er durchhalten möge.

Am CP 3 bekam ich dann schönen heißen Kaffee und Süßigkeiten, soviel der Magen fasste. Frisch gestärkt los zum CP 4 (53 Meilen) mit der harten Cut-off-Zeit. Um 19:12 Uhr traf ich dann rechtzeitig ein. Mir wurde Ananas aus der Dose angeboten. Noch nie habe ich so leckere Ananas gegessen, der gesamte Inhalt der Dose war dann auch ganz schnell in meinem Bauch. An diesem Verpflegungspunkt nahm ich alle meine „Nachtsachen“ mit, zog mich aber erst später um.

Die Nacht war zwar dunkel, aber durch den guten Untergrund gut zu belaufen und daher unaufregend. Am Ende vom Blisworth Tunnel traf ich auf Fiona McNelis, die telefonierte und sich abholen lassen wollte. Hilfe benötigte sie keine.

Wie schon erwähnt, machten meine Füße keinerlei Probleme, aber langsam merkte ich eine Verhärtung der linken Wade. Ich machte mir noch keine Sorgen, da ich gut in der Zeit lag und entspannt bei CP 5 (70,5 Meilen) mit einem guten Zeitpuffer ankam. Nun wusste ich, dass ich mit einem gemütlichen 3 Meilen-Stundenschnitt bis ins Ziel kommen würde. So ließ ich den Rest der Nacht langsam angehen und die Wade blieb ruhig.

In VP 6 (84,5 Meilen) kam ich eine halbe Stunde später als geplant an und ließ mich dort mit Kaffee und Süßigkeiten verwöhnen. Ich bekam für mein Powernapping von 15min. sogar Schlafsack und Decke gestellt, was ich noch nie erlebt hatte und erheblich zum Wohlfühlen beitrug.

Im Gegensatz zu sonst lockte mich der angehende Tag, der warm zu versprechen drohte, nicht zum Laufen ein. Mehrere Versuche scheiterten und die verhärtete Wade reagierte mit krampfenden Schmerzen. Da der Köper immer das Tempo bestimmt, ließ ich vom Laufen ab und ging zügig weiter und hoffte auf Besserung.

Plötzlich kam von hinten Christian Marti angelaufen. Er hatte eine üble Krise hinter sich und musste eine längere Auszeit von einer Stunde nehmen. Russell Secker, sein Betreuer, war mit der Situation gut gefordert, hatte sie aber gut gemeistert, da Christian wieder ganz gut dabei war. Die nächsten Kilometer gingen Christian und ich gemeinsam und wir wurden immer schneller, was meine Wade aber nicht mochte. Christian erholte sich zunehmend immer mehr, wurde noch schneller und zog davon.

Den CP 7 (99,8 Meilen) erreichte ich auch im Zeitlimit. Eigentlich esse ich hier immer etwas Warmes, aber diesmal war mir nur nach Obst. So hat Lucy mir einen appetitlichen Obstkorb zusammengestellt, wovon ich einen Teil gegessen und einen Teil als Proviant eingepackt hatte

Ich schlich langsam weiter und genoss die schwüle Wärme. Was mich dazu verleitete mir  in einem Café zwei Kugeln Eis zu kaufen. Hat mich zwar 15 min. gekostet, wars aber wert.

Bald darauf wurde ich wieder so müde, dass mich ein frisch gemähtes Stück Gras, weich belegt mit dem frisch abgeschnittenen Gras, einlud erneut ein Powernapping zu machen. Es war richtig schön weich und von oben schön warm. Die Pause tat gut.

CP 8 (120,3 Meilen) war gefühlt noch ganz weit weg und die Beine wollten nicht beschleunigen. Aber endlich kam das ersehnte Zelt in Sicht und ich wurde mit allem verwöhnt, was mein Herz begehrte. Hier bekam ich ein Brötchen mit Bacon, Sußigkeiten und Obst ohne Ende. Natürlich auch einen heißen Kaffee. Jetzt blieb mir noch ein Marathon mit 9 Stunden Restzeit. Das war zu schaffen. Vor allem, da ich den lästigen Rucksack mit dem überflüssigen Gewicht in meine Tasche versenkt hatte, leider mit der Kamera, so dass es von den letzten 25 Meilen keine Bilder mehr gibt, und nur noch mit dem Notwendigsten am Körper weiterlief.

Im CP 8 saß auch Patrick Simpson, der mit mir den CP verließ. Er schien glücklicherweise auch ein „Alleinläufer“ zu sein, so dass ohne Quatschen in Sichtweite hinter ihm bleiben konnte. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns gegenseitig schoben und zogen, da er sich permanent umdrehte, mich anblickte und dann wieder beschleunigte. Die nächsten 13 Meilen schafften wir in 3 Stunden. Im CP 9 (133 Meilen) waren wir um 22 Uhr. Hier war nur kurzer Aufenthalt geplant. Gestört wurden wir von einem lauten Hubschrauber, der über uns seine Kreise drehte. Die Helfer mussten den Lärm schon länger aushalten, wir durften zum Glück weiter. Patrick hatte seine Stirnlampe vergessen, also lieh ich ihm meine Zweite, die ihm bis zum Ziel Licht gespendet hat.

Ab jetzt wollte ich wieder langsamer machen, so zog Patrick von dannen. Später überholte ich Stuart Brewer, der mich fragte ob es noch weit sei. Jaaaaa, 5 Meilen sind um die Zeit noch sehr weit.

Dann war plötzlich Patrick vor mir, der anscheinend auch einen Gang rausgenommen hatte. So machten wir da weiter, wo wir vor CP 9 aufgehört hatten und zogen und schoben uns gegenseitig.

Es war eine schöne, warme, helle Nacht, doch plötzlich fing es aus allen Kübeln zu schütten und ein ganz klein wenig zu gewittern, was jetzt aber auch egal war.

Inzwischen hatte sich Stuart zu uns gesellt, der sich anscheinend bei mir festgebissen hatte, so dass wir zu Dritt die letzten beiden Meilen gemeinsam gehend den Lauf beendeten.

Es war wieder ein sehr bewegender Zieleinlauf. Keith hängte uns die schwere Medaille (diesmal mit gelben Rahmen) um, Pam notierte die Zeit und Dick freute sich für uns alle.

Nach einer kurzen Verschnaufpause macht ich mich auf den Weg zu meinem Hotel Adare und wurde spontan von Dick begleitet, der mich nicht allein durch Londons Nacht gehen lassen wollte. Eine hohe Ehre, die ich sehr zu schätzen weiß.

Der Nachtportier erwartete mich auch schon und nach einer langen, heißen Dushe fiel ich glücklich und erschöpft um 3 Uhr morgens ins Bett.

Um 7 Uhr klingelte der Wecker und ich stand relativ frisch und ausgeruht auf. Um 8:45 Uhr wurde ich von Uli Schulte und Tochter Daniela abgeholt und wir gingen gemeinsam ins Novotel, wo wir mit Christian Martin und Russell Secker zum Frühstück verabredet waren. Wir verbrachten zwei herrliche Stunden miteinander. Vielen Dank an Uli für diese Idee und an Christian für das Frühstück.

Danach bin ich nach London reingefahren, um mir die Zeit bis zum Abflug noch ein wenig zu vertreiben und habe Ecken besichtigt (Oxford Street, Piccadilly Circus, St. James Park) an denen ich vorher noch nicht war.

Frühzeitig zum Flugplatz gefahren, entspannt eingecheckt und zufrieden nach Hause geflogen. – Dieser Lauf ist einzigartig!

 

Link zur Ergebnisliste:

http://www.gucr.co.uk/template.asp?doc=341

 

Link zu meiner Fotogalerie:

https://www.facebook.com/christine.schroeder.1276/media_set?set=a.1678445792169918.1073741955.100000135395711&type=3

 

Link zum Bericht von Emily Plummer:

http://www.runforyourheart.co.uk/grand-union-canal-race/

 

Link zum Bericht von Paul Ali:

https://ultraavon.com/2017/05/31/2017-grand-union-canal-race/

 

Link zum Bericht von Richard McChesney:

http://richardwalkslondon.com/gucr-dnf/

 

Link zum Bericht von Ian Brazier:

http://barefootbrazier.blogspot.de/2017/06/2017-gucr-report.html

 

Link zum Bericht von Michelle Jane:

https://dreamweaverconsulting.com/2017/06/13/gucr-a-race-that-can-sweep-you-off-your-feet-part-2/

 

14.6.17 06:25
 
Letzte Einträge: MM/U # 730 (22) – U # 140 – Hamburg – 26. Billerhuder Insel Marathon am 17.04.2017



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